Thomas Hitzlsperger als Fußballer (Archivbild von 2010) © dpa

Der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Er ist der erste prominente deutsche Fußballer, der über seine Homosexualität spricht. "Ich äußere mich zu meiner Homosexualität, weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte", sagte Hitzlsperger im ZEIT-Interview.  Er habe das Gefühl, dass jetzt, nach dem Ende seiner Karriere ein guter Moment dafür gekommen sei. Hitzlsperger hatte während seiner aktiven Zeit unter anderem für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg gespielt. 

Das Bewusstsein, homosexuell zu sein, sei "ein langwieriger und schwieriger Prozess" gewesen, sagte der 31-Jährige. "Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte." Homosexualität im Fußball werde schlicht ignoriert. Er kenne keinen Fußballer persönlich, der sich zu diesem Thema bekenne. 

Anfang September 2013 hatte Hitzlsperger sein Karriereende bekanntgegeben. Zuletzt spielte er beim FC Everton in England.

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Angela Merkel lobte Hitzlspergers Coming-out. Niemand dürfe wegen seiner Sexualität Angst haben, sagt der Sprecher der Kanzlerin. Exminister Westerwelle erhofft sich eine "Ermutigung" für Homosexuelle. Der DFB sagte Unterstützung zu. Auch zahlreiche andere Prominente sprachen Hitzlsperger ihren Respekt aus.

Sollte man sich an den ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger erinnern als den ersten deutschen Fußballstar, der öffentlich über seine Homosexualität redet? Nein, meint ZEIT ONLINE-Sportredakteur Steffen Dobbert. Der vielseitige Hitzlsperger sollte nicht auf sein Coming-out reduziert werden.