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Die großen Kirchen haben die baden-württembergischen Pläne kritisiert, nach denen Homosexualität ausführlich im Schulunterricht diskutiert werden soll. Auf der Suche nach der eigenen sexuellen Identität dürften Kinder und Jugendliche nicht beeinflusst werden, sagten die katholische und die evangelische Kirche in Freiburg. Der Bildungsplan müsse sich am christlichen Menschenbild der Landesverfassung und des Schulgesetzes orientieren.

Damit unterstützen die Kirchen indirekt eine Gegenbewegung zu den Plänen der rot-grünen Landesregierung. Bis zum Vormittag haben 80.000 Sympathisanten eine Onlinepetition gegen den Toleranz-Vorsatz unterzeichnet. Initiiert wurde die Abstimmung von einem Realschullehrer aus dem Schwarzwald. In der Netzwelt hat sich unter dem Twitter-Hashtag #idpet Widerstand gegen die Petition geregt. Rot-Grün hat inzwischen eine eigene Onlinepetition ins Leben gerufen, die in den ersten drei Tagen von 9.000 Menschen unterschrieben wurde.

Grüne und Sozialdemokraten möchten in ihrem Bildungsplan für 2015 die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" festhalten. "Die Petition gegen die Aufwertung des Themas Homosexualität im Schulunterricht ist der Vergangenheit verhaftet", sagte Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD). Das Coming-out von Exfußballprofi Thomas Hitzlsperger in der ZEIT zeige, dass Homosexualität selbst in einer Männerdomäne wie dem Fußball existiere. "Sein Bekenntnis finde ich gut und mutig. Je mehr Menschen das tun, desto mehr wird das zur gesellschaftlichen Normalität", sagte Altpeter.