Palma de Mallorca (dpa) - Der spanische Ermittlungsrichter José Castro hat die Vernehmung der Königstochter Cristina um einen Monat vorgezogen.

Die 48-jährige Infantin solle am 8. Februar als Beschuldigte im Landgericht von Palma de Mallorca erscheinen und wegen des Verdachts der Geldwäsche und des Steuerbetrugs verhört werden, gab der Richter am Montag bekannt.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der spanischen Monarchie, dass die Justiz in einem Korruptionsskandal einen direkten Nachkommen des Königs als Beschuldigten vernimmt. Die Vernehmung war ursprünglich auf den 8. März angesetzt worden. Der Ermittlungsrichter zog den Termin vor, nachdem die Tochter von König Juan Carlos und Königin Sofía auf einen Einspruch gegen ihre Vorladung verzichtet hatte.

Die Justiz legt der Herzogin von Palma zur Last, in die Finanzaffäre um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin (45) verwickelt zu sein. Der frühere Handballstar steht im Verdacht, als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos über sechs Millionen Euro staatlicher Gelder unterschlagen zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll das Ehepaar Einkünfte eines gemeinsam betriebenen Zweigunternehmens von Nóos, das als Strohfirma gedient haben soll, dem Finanzamt vorenthalten haben. Zudem soll Cristina Firmengeld privat ausgegeben haben.

Cristinas Verteidiger Miquel Roca sagte, die Idee zu einem Verzicht auf einen Einspruch gegen die Vorladung stamme von der Infantin selbst. Die Königstochter sei von ihrer Unschuld überzeugt und wolle möglichst bald vor dem Richter aussagen, teilte der Anwalt in Barcelona mit.

Der Ermittlungsrichter wies darauf hin, dass die Infantin nicht auf eigenen Wunsch vernommen werde. Cristinas Verteidigung habe auch nicht ausdrücklich um eine Vorverlegung der Vernehmung gebeten. Man könne aber davon ausgehen, dass der Seite der Beschuldigten daran gelegen sei, das Verfahren zu verkürzen.