Los Angeles (dpa) - Drei Tage vor den Oscar-Nominierungen hat das Sklavenepos "12 Years a Slave" von Steve McQueen in Los Angeles den Golden Globe für das beste Filmdrama gewonnen.

Der große Gewinner der Gala in der Nacht zum Mittwoch war jedoch "American Hustle" mit drei Trophäen, darunter als beste Komödie. Als beste Schauspieler in einem Drama wurden Cate Blanchett und Matthew McConaughey ausgezeichnet. Die deutschen Globe-Hoffnungen, Schauspieler Daniel Brühl und Komponist Hans Zimmer, gingen dagegen leer aus.

Nun schaut Hollywood gespannt auf die Oscars - für das Rennen um den wichtigsten Filmpreis der Welt gibt es nach der Globes-Vergabe kaum klare Favoriten. Die Oscar-Nominierungen sind an diesem Donnerstag.

"12 Years a Slave" und "American Hustle" hatten beide sieben Globe-Chancen. Dann setzte sich jedoch David O. Russells Kriminalgroteske "American Hustle" mit weiteren Globes für Amy Adams als beste Schauspielerin in einer Komödie und Jennifer Lawrence als beste Nebendarstellerin zahlenmäßig an die Spitze.

Das auf wahren Begebenheiten beruhende Drama "12 Years a Slave", das am Donnerstag in Deutschlands Kinos anläuft, entschied zwar die Königsdisziplin für das beste Drama für sich. Dass es trotz der vielen Nominierungen nicht für weitere Preise reichte, kann jedoch zumindest teilweise als Niederlage gewertet werden.

So musste sich Chiwetel Ejiofor in der Kategorie bester Schauspieler Matthew McConaughey ("Dallas Buyers Club") geschlagen geben. Der Preis für die beste Regie ging an den Mexikaner Alfonso Cuarón für das visuell bahnbrechende 3D-Weltraumdrama "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney.

Wenig Überraschung gab es bei der Auszeichnung für die beste Schauspielerin in einem Filmdrama: In dieser Kategorie wurde die bei Kritikern als große Favoritin gehandelte Australierin Cate Blanchett (44) geehrt. Sie überzeugte mit ihrem Part als psychisch instabile Frau in Woody Allens "Blue Jasmine". Auch Leonardo DiCaprio (39) konnte sich über einen Preis in Form einer Goldenen Weltkugel freuen. Er gewann mit seiner Darstellung als überheblicher Börsenmakler in Martin Scorseses Finanzwelt-Satire "The Wolf of Wall Street" den Preis als bester Komödien-Darsteller.

Für Daniel Brühl hingegen bleibt die Nominierung als bester Nebendarsteller vorerst der größte Erfolg seiner internationalen Karriere. Der 35-Jährige hatte sich für das Motorsportdrama "Rush - Alles für den Sieg" Hoffnungen machen können, unterlag dann aber dem US-Schauspieler Jared Leto ("Dallas Buyers Club"). Ähnlich erging es dem in Deutschland geborenen Star-Komponisten und Oscar-Preisträger Hans Zimmer. Er war für die Filmmusik von "12 Years a Slave" nominiert worden, musste jedoch Alex Ebert für "All is Lost" den Vortritt lassen, in dem Robert Redford allein auf dem offenen Meer ums Überleben kämpft.

Den Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film erhielt das italienische Gesellschaftsporträt "La Grande Bellezza - Die große Schönheit". Das Werk von Paolo Sorrentino hatte im Dezember bereits den Europäischen Filmpreis gewonnen. Für das Beste Drehbuch wurde Spike Jonze ("Her") ausgezeichnet.

Die Golden Globes werden von der Hollywood Foreign Press Association, dem Verband der Auslandspresse, traditionell auch für Fernseh-Produktionen vergeben. Zu den großen Gewinnern gehörte in diesem Bereich die Serie "Breaking Bad". Nachdem ihre allerletzte Folge bei der Ausstrahlung im Herbst in den USA einen Zuschauerrekord aufgestellt hatte, gab es nun noch zwei Golden Globes: den für die beste Drama-Serie und für Hauptdarsteller Bryan Cranston als bester Schauspieler. Cranston (57) spielt in der Serie den Chemielehrer Walter White, der sich nach einer Krebsdiagnose entscheidet, synthetische Drogen herzustellen. 

Auch für das Drama "Behind the Candelabra" gab es doppelte Ehre: Das Werk von Regisseur Steven Soderbergh, das in Deutschland 2013 mit dem Titel "Liberace - Zuviel des Guten ist wundervoll" im Kino zu sehen war, bekam den Golden Globe als bester TV-Film. Hauptdarsteller Michael Douglas wurde für seine Darstellung des homosexuellen Entertainers Liberace ausgezeichnet.

Gewinner Golden Globes

Hollywood Foreign Press Association