Hamburg (dpa) - Die Hamburger Polizei berät über eine Aufhebung der nach Krawallen eingerichteten sogenannten Gefahrengebiete. Die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. Zuvor hatte mehrere Medien über eine mögliche Aufhebung berichtet.

Auch am Montag war eine Demonstration gegen die Polizeikontrollen geplant. Studenten der Uni Hamburg riefen zu einem Protestzug mit Ziel Reeperbahn auf. Sie fordern eine Abschaffung der Gefahrengebiete, in denen die Polizei verdachtsunabhängig Bürger kontrollieren kann. Laut Polizei waren bis zu 3000 Teilnehmer angekündigt.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verteidigte seinen harten Kurs bei der inneren Sicherheit. "Das Instrument hat sich bewährt und wird sich weiter bewähren", sagte Scholz der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Damit werde "sehr flexibel, souverän und wenig aufgeregt umgegangen".

Urprünglich war ein Areal in St. Pauli, Altona und der Sternschanze mit etwa 50 000 Einwohnern betroffen. Anlass waren Ausschreitungen rund um eine Demonstration zum Erhalt des linksautonomen Kulturzentrums "Rote Flora" am 21. Dezember und Angriffe auf Polizeiwachen. Seit Donnerstag vergangener Woche hat die Polizei die Zone deutlich verkleinert.

Hamburgs Verfassungsschutzchef Manfred Murck kritisierte unterdessen einen anonymen Aufruf zu gezielter Gewalt gegen Polizisten auf einer Internet-Plattform. "Die kühl kalkulierte, zynische Gewalt ist neu und in negativem Sinne beeindruckend und beängstigend", sagte er dem NDR. Unklar blieb, wer den Aufruf geschrieben und veröffentlicht hatte. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, der Text sei bekannt und werde mit Blick auf Straftatbestände geprüft.