Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will ihre Pläne für eine familienfreundliche Bundeswehr ohne zusätzliche Kosten für den Steuerzahler umsetzen. "Klar ist, wir müssen das innerhalb des bestehenden Etatansatzes schaffen – und das ist auch machbar", sagte ihr Sprecher Jens Flosdorff in Berlin. Ob Umschichtungen innerhalb des Ressorthaushalts nötig seien, müsse geprüft werden, wenn genauer feststehe, welche Änderungen nötig seien.

Von der Leyen plant unter anderem, die Kinderbetreuung zu verbessern, bessere Möglichkeiten für Teilzeitarbeit zu schaffen und Lebensarbeitszeitkonten einzuführen. Ziel der Reform sei es, die Zufriedenheit in der Truppe zu erhöhen, sagte der Sprecher.

Flosdorff sagte, von der Leyen wolle in erster Linie Probleme angehen, für die keine "erheblichen finanziellen Mittel" notwendig seien: Dazu gehörten beispielsweise die Häufigkeit von Versetzungen oder die Verlegung von Lehrgängen, die in den Schulferien stattfänden.

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert wird von der Leyens Vorhaben von der gesamten Bundesregierung unterstützt. Die Bundeswehr sei ein Arbeitgeber, der attraktiv sein müsse. Von der Leyens Gedanken seien daher richtig.

Von der Leyen hatte in einem Interview angekündigt, sie wolle die Bundeswehr "zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland" machen. Karrierechancen sollten durch Teil- oder Elternzeit nicht geschmälert werden. Als erste Maßnahme will die Ministerin ein flexibles System der Kinderbetreuung einführen. Die bisherige Praxis häufiger Versetzungen will von der Leyen überprüfen.