Vier Monate nach dem Volksentscheid in Hamburg hat die Stadt sich mit dem Unternehmen Vattenfall geeinigt. Hamburg kaufe nach vorläufigen Berechnungen für rund 550 Millionen Euro das Stromnetz vom Energiekonzern zurück, teilten Unternehmen und Stadt mit. Den genauen Kaufpreis ermitteln Gutachter. Der Senat und die Vattenfall-Aufsichtsgremien müssen dem Abschluss noch zustimmen. 

Für den Erwerb des städtischen Fernwärmenetzes erhält Hamburg eine Kaufoption für das Jahr 2019. Dafür müsste die Stadt mindestens 950 Millionen Euro zahlen. Beim Bau eines neuen Heizkraftwerkes durch Vattenfall könnte der Preis auf 1,15 Milliarden Euro steigen.

In einem Volksentscheid im September hatte sich eine knappe Mehrheit der Hamburger für den Rückkauf der Stromnetze ausgesprochen. Bislang hielt die Stadt 25,1 Prozent Anteile des Netzes. Die SPD-Alleinregierung war gegen die vollständige Verstaatlichung und verwies auf die hohen Kosten für die Stadt.

Da der Betrieb des Stromnetzes unabhängig vom Rückkauf ist, wird darüber in einem separaten Verfahren entschieden. Laut vorliegenden Informationen bewerben sich außer der Stadt auch E.on Hanse sowie die Genossenschaft EnergieNetz Hamburg gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Alliander. Die Entscheidung wird im Herbst fallen.