Seoul (dpa) - Ein riesiges Datenleck bei südkoreanischen Banken und Kreditkartenfirmen hat die Regierung und Aufsichtsbehörden des Landes auf den Plan gerufen.

Es werde geschätzt, dass vertrauliche Informationen von etwa 20 Millionen Kunden in falsche Hände geraten seien, teilte eine Sprecherin des Finanz-Aufsichtsdienstes FSS am Montag mit.

Es seien mehr als 20 Verdächtige festgenommen worden, darunter ein Mitarbeiter der Kreditratingfirma Korea-Kreditbüro (KCB). Premierminister Chung Hong Won wies den FSS zu einer gründlichen Untersuchung an.

Die Behörden vermuten, dass die Datensätze verkauft werden sollten. Die Datensätze enthalten Konto- und Meldenummern sowie Informationen zur Kreditwürdigkeit der Betroffenen. Unter den Festgenommen befinden sich den Angaben zufolge Personen aus dem Kreis privater Kreditgeber und Werbeunternehmen.

Die Aufsichtsbehörde FSS ging zunächst nicht von einem weiteren kriminellen Missbrauch aus. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kreditkarten kopiert werden, ist sehr gering, weil keine Passwörter oder Kartenprüfnummern gestohlen wurden", teilte sie mit.

Die drei großen Kreditkartenfirmen des Landes, KB Kookmin Card, Lotte Card und Nonghyup, die ihre Kundendaten mit den verbundenen Banken teilen, entschuldigten sich für den Datenklau.