Genf/Davos (dpa) - Weltweit steigt die Zahl der Arbeitslosen an. 2013 waren rund fünf Millionen Menschen mehr arbeitslos als im Jahr zuvor, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit.

Gründe dafür seien, dass sich die Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 zu langsam erholt habe und dass viele Staaten zu wenig täten, um neue Jobs zu schaffen.

Insgesamt seien auf der Erde fast 202 Millionen Menschen ohne festen Arbeitsplatz, heißt es in dem ILO-Arbeitsmarktbericht für 2013. Dies entspreche einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von sechs Prozent. In armen Entwicklungsländern, aber auch Ländern der Eurozone mit besonders schweren wirtschaftlichen Problemen wie Griechenland oder Spanien liege sie weit über dem Durchschnitt.

Als besonders besorgniserregend schätzt die UN-Sonderorganisation den anhaltenden Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen ein. 74,5 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren haben demnach keinen Arbeitsplatz - eine Million mehr als noch 2012. Das entspreche einer durchschnittlichen Rate von 13,1 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie die globale Arbeitslosenrate insgesamt.

"Politisches Umdenken ist dringend geboten", forderte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. Die Studie wurde am Vorabend des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF) veröffentlicht. Dazu kommen am Mittwoch in Davos wieder Top-Manager und Spitzenpolitiker aus aller Welt zusammen.

"Es sind stärkere Anstrengungen nötig, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu beschleunigen und um Unternehmen zu unterstützen, die Arbeitsplätze schaffen", sagte Ryder. Vor allem die Regierungen der entwickelten Länder könnten und müssten mehr tun.

Wenn das Wirtschaftswachstum weiter nicht über dem Vorkrisenniveau liegt, wird die Anzahl der Arbeitssuchenden nach ILO-Schätzungen bis 2018 um mehr als 13 Millionen Menschen steigen. Die Erholung am Arbeitsmarkt in vielen Ländern - darunter auch Deutschland - wird der Organisation zufolge durch eine zu geringe Gesamtnachfrage gebremst.

"In vielen entwickelten Ländern belasten Kürzungen öffentlicher Ausgaben sowie die Erhöhungen der Einkommens- und Verbrauchersteuern private Unternehmen und Haushalte", erklärte die ILO. Zudem trage eine mangelnde politische Abstimmung zwischen Geld- und Fiskalpolitik zu einer Verunsicherung am Arbeitsmarkt bei. "Als Folge halten sich Unternehmen bei Neueinstellungen oder langfristigen Investitionen oft zurück."