Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte kaum von der Stelle bewegt. Der Dax pendelte am Mittwoch im Handelsverlauf zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Am Schluss gab der deutsche Leitindex um 0,10 Prozent auf 9720,11 Punkte nach.

Damit beendete er den Handel 74 Punkte unter seinem Rekordhoch vom Vortag. Der Index mittelgroßer Werte, der MDax, verlor 0,15 Prozent auf 16 874,73 Punkte. Der TecDax legte hingegen in einem freundlichen Sektorumfeld um 0,86 Prozent auf 1264,22 Punkte zu.

Insgesamt fehlten nach der jüngsten Rekordjagd neue Impulse, sagten Händler. Viele Anleger nähmen Gewinne mit, woraufhin andere bei Kursrücksetzern dann zugriffen. Auf diesem Niveau bleibe die Luft doch etwas dünn, kommentierte Marktstratege Michael Hewson vom Londoner Broker CMC Markets. Angesichts einer schmalen Nachrichtenlage war der Handel insgesamt ruhig, größere Bewegungen nach oben wie unten gab es kaum.

RWE-Aktien lagen lange an der Spitze im Dax. Am Schluss gewannen sie 2,70 Prozent und mussten sich damit nur HeidelCement mit 3,48 Prozent Kursgewinn geschlagen geben. Börsianer begründeten die gute Laune um die Papiere des Energieversorgers mit neuen Spekulationen rund um den Verkauf der RWE-Tochter Dea. Das höchste Gebot von drei Interessenten für das Erdgas- und Erdölunternehmen soll nun doch im Bereich von 5 Milliarden Euro liegen. In der Vorwoche hatten Gerüchte um einen Verkaufspreis von 4 Milliarden noch enttäuscht.

Allianz-Papiere wurden dagegen davon belastet, dass Mohamed El-Erian, Vorstandschef der Fondstochter Pimco, sein Amt überraschend niedergelegt hat - die Aktien fielen um 1,24 Prozent. Lanxess traf es härter, nachdem die Aktienanalysten der US-Investmentbank JPMorgan die Gewinnaussichten des Spezialchemiekonzerns deutlich negativer beurteilten. Mit 4,99 Prozent Minus waren die Papiere Schlusslicht im Leitindex.

Siemens-Titel konnten schwache Zahlen der Schweizer ABB nicht ganz abschütteln und verloren 1,46 Prozent. Winterstürme und weitere Probleme bei der Installation von Windkraftanlagen in der Nordsee hatten dem schweizerischen Wettbewerber das Jahresende verhagelt. Auch wenn das nicht zwingend Rückschlüsse auf Siemens zulasse, trübe es zusammen mit einer Gewinnwarnung des französischen Konzerns Alstom vom Vortag doch die Stimmung, sagten Börsianer.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone trat mit minus 0,06 Prozent bei 3151,27 Punkten auf der Stelle, auch in Paris bewegte sich der Leitindex kaum. In London stand ein knappes Minus von 0,1 Prozent zu Buche. Der Dow Jones verlor in New York zuletzt 0,4 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,47 (Vortag: 1,48) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 133,28 Punkte. Der Bund-Future gab 0,16 Prozent auf 141,45 Punkte ab. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3566 (1,3526) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7371 (0,7393) Euro.