Genf (dpa) - Die syrischen Bürgerkriegsparteien sollen am Freitag zum ersten Mal miteinander über eine Friedenslösung für ihr verwüstetes Land sprechen. Ein Durchbruch ist nach fast dreijährigen Auseinandersetzungen mit mehr als 130 000 Toten jedoch nicht in Sicht.

Sondervermittler Lakhdar Brahimi hatte sich am Donnerstag mit Vertretern von Regierung und Opposition zu getrennten Vorgesprächen getroffen. Dabei wurden die Rahmenbedingungen und Spielräume für die Verhandlungen im schweizerischen Genf ausgelotet. Dem Vernehmen nach werden beiden Seite zunächst nicht gemeinsam am Konferenztisch sitzen. Brahimi und seine Mitarbeiter müssen zwischen den Delegationen pendeln, um ihnen die Standpunkte der jeweils anderen Seite zu vermitteln. Später soll es auch direkte Gespräche geben.

Die syrische Opposition ging von langen und schwierigen Verhandlungen mit dem Regime von Machthaber Baschar al-Assad aus. Trotzdem zeigte sich der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Allianz, Ahmed al-Dscharba, zuversichtlich. "Auch ein Weg, der 1000 Kilometer lang ist, beginnt mit einem einzigen Schritt", sagte der Oppositionschef wenige Stunden vor Beginn der Verhandlungen vor der Presse in Genf.

Das Ziel ist durch einen Aktionsplan vom Juni 2012 vorgegeben. Dieser war damals nach intensiven Gesprächen zwischen Russland und den USA erarbeitet worden war. Kernpunkte sind ein Waffenstillstand und die Bildung einer Übergangsregierung mit Vertretern beider Seiten. Die Opposition ist damit einverstanden. Die Regierung hatte zuletzt den Eindruck vermittelt, als ob sie nicht alle Punkte des Plans umsetzen wolle.

Die mit hohen Erwartungen verknüpfte Syrien-Friedenskonferenz hatte am Mittwoch in Montreux begonnen. Der Auftakt war von schweren Differenzen zwischen beiden Seiten überschattet.

Genf 1 - Abschlusserklärung vom 30. Juni 2012