Frankfurt (dpa) - Die Lufthansa geht juristisch gegen den geplanten einstündigen Streik der Fluglotsen vor.

Die Airline habe beim Arbeitsgericht München eine einstweilige Verfügung gegen den am Mittwoch anvisierten einstündigen Ausstand beantragt, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung (Freitag).

"Aus Sicht der Lufthansa ist der angekündigte Arbeitskampf der Gewerkschaft der Flugsicherung als ein "politischer Streik" rechtswidrig", sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Morgen in Frankfurt. Durch einen Streik in einer vergleichsweise kleinen Sparte entständen gravierende Schäden bei Unternehmen mit einer anfälligen Infrastruktur im Luftverkehr.

Fluglotsen verschiedener nationaler Flugsicherungen haben für die kommenden Tage Arbeitsniederlegungen angekündigt. Sie wollen damit gegen Reformpläne der EU zur Neuordnung des europäischen Luftraums protestieren. Den Anfang wollen am Montag die Franzosen machen, deren führende Gewerkschaft SNCTA gleich zu einem fünftägigen Ausstand aufgerufen hat.

In Deutschland hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rund 2000 Lotsen bundesweit aufgerufen, zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr am Mittwochmorgen (29. Januar) die Arbeit niederzulegen.

Ob es tatsächlich zu dem Ausstand und damit zu zahlreichen Flugausfällen oder Verspätungen kommt, steht aber noch keineswegs fest. Die bundeseigene Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) hat bereits beim Arbeitsgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen den ihrer Auffassung nach politisch motivierten und damit illegalen GdF-Streik beantragt. Das Gericht entscheidet am Montag.

Hintergrund des Konflikts sind fehlende Fortschritte auf dem Weg zu einem einheitlichen Luftverkehrsraum über Europa. Die europäische Fluglotsengewerkschaft ATCEUC wendet sich gegen pauschale Sparvorgaben der EU-Kommission und angeblich fehlende Sicherheitsvorschriften.