New York (dpa) - Die Hinweise auf größere iPhones verdichten sich. Apple plane für dieses Jahr zwei Modelle mit Bildschirm-Diagonalen von gut 4,5 und 5 Zoll (rund 11,5 und 12,7 cm), berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag.

Die Pläne könnten sich allerdings noch ändern, hieß es einschränkend unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Apple selbst äußert sich traditionell nicht zu neuen Produkten, das "Wall Street Journal" lag mit seinen Informationen über bevorstehende Apple-Produkte aber schon oft richtig.

Beide neuen Modelle würden ein Aluminium-Gehäuse haben, schrieb die Zeitung weiter. Apple wolle den Plastik-Mantel des aktuellen Modells iPhone 5c wieder aufgeben. Der Konzern hatte viel Geld in eine Werbekampagne dafür gesteckt, laut Medienberichten verkaufte sich das teurere iPhone 5s aber deutlich besser.

Apple verweigerte sich bisher dem Trend zu sehr großen Bildschirmen, damit das Smartphone weiterhin mit einer Hand bedient werden kann. Schon seit geraumer Zeit wird deshalb spekuliert, dass Apple auf den Trend zu größeren Displays aufspringen könnte. Vor allem auf dem immer wichtiger werdenden chinesischen Markt sind größere Smartphones beliebt.

Der Konzern wies lange darauf hin, dass größere Displays oft ein schlechteres Bild bieten. Konzernchef Tim Cook hatte vor einigen Monaten allerdings eine Aufweichung der Position eingenommen: Er verwies darauf, dass mit Fortschritten in der Display-Technik man inzwischen keine Kompromisse mehr bei der Bildqualität eingehen müsse.

Apple bringt in der Regel im Jahr eine neue iPhone-Generation heraus, zuletzt jeweils im September. Hauptrivale ist Samsung mit seiner Galaxy-Baureihe, die mit dem Android-Betriebssystem von Google läuft.

Unterdessen kann sich Cook derzeit nicht nur auf neue Produkte konzentrieren. Der für seine harte Gangart berüchtigte US-Investor Carl Icahn, der auf Apples Milliarden-Geldberg schielt, verstärkt den Druck auf die Konzernführung. Jetzt steckte er binnen eines Tages um eine halbe Milliarde Dollar in Apple-Aktien. Damit sei der Wert seiner Beteiligung auf 3,6 Milliarden Dollar angewachsen, teilte Icahn am Donnerstag mit.

In einem offenen Brief bekräftigte er danach abermals die Forderung nach einer deutlich höheren Ausschüttung an die Aktionäre. Das Unternehmen habe zu viel Geld auf der hohen Kante. Apple hatte jüngst Icahns Forderung zurückgewiesen, im laufenden Geschäftsjahr Aktien im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar zu erwerben.

Insgesamt ist Apple rund 500 Milliarden Dollar wert. Icahn ist bekannt dafür, auch mit kleinen Positionen großen Druck auf Firmen auszuüben. So forderte er derzeit auch eine Abspaltung des Bezahldienstes PayPal von der Online-Handelsplattform Ebay, an der er weniger als ein Prozent der Aktien hält.

WSJ-Bericht zu neuen iPhones

Offener Brief Icahns