Düsseldorf (dpa) - Der Prozess um den rauchenden Mieter Friedhelm Adolfs (75) geht heute in der zweiten Instanz weiter. Dem passionierten Raucher droht die fristlose Räumung seiner bescheidenen Parterre-Wohnung in Düsseldorf. Er soll seine Nachbarn mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt haben.

Das Amtsgericht hatte im vergangenen Sommer in einem viel beachteten Urteil entschieden, dass der Rentner deshalb nach 40 Jahren ausziehen muss. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Der Fall kommt nun vors Landgericht. Ein Urteil wird an diesem Donnerstag nicht erwartet. Es wird wohl frühestens in drei Wochen ergehen.

Das Amtsgericht hatte den Rechtsstreit zugunsten der Vermieterin des 75-Jährigen entschieden. Danach verpeste der Zigarettenqualm aus der Wohnung auf unzumutbare und unerträgliche Weise das Treppenhaus. Andere Mieter drohten deshalb mit der Kündigung. Der Beklagte habe trotz Aufforderungen nichts unternommen und nicht durch die Fenster gelüftet. In dem Prozess hatte die Seite des Rentners aber auch Fristen nicht eingehalten und zu spät auf Angaben der Gegenseite reagiert. Inzwischen hat er den Anwalt gewechselt.

Das Urteil des Düsseldorfer Amtsgerichts hatte als Warnschuss für Millionen Raucher für Furore gesorgt. Denn in dem Verfahren prallen zwei Grundrechte aufeinander. Auf der einen Seite steht das Grundrecht des Rauchers auf freie persönliche Entfaltung, auf der anderen das des Nichtrauchers auf körperliche Unversehrtheit.

Das Gericht hatte der persönlichen Freiheit von Rauchern wie Adolfs Grenzen aufgezeigt. Obwohl das Rauchen in den eigenen vier Wänden grundsätzlich erlaubt ist, habe es seine Grenzen im Recht auf körperliche Unversehrtheit der Mitmenschen. Und die habe in diesem Fall Vorrang, befand das Amtsgericht, denn der Raucher sei in diesem Fall der Störer.