Sotschi (dpa) - Mit Silber und Bronze haben die Snowboarderinnen Anke Karstens und Amelie Kober nach dem Doping-Schock um Evi Sachenbacher-Stehle wieder für positive Nachrichten der deutschen Olympia-Mannschaft gesorgt.

Am vorletzten Tag der Spiele von Sotschi wurde die Bischofswiesenerin Karstens erst im Finallauf des Parallel-Slaloms von der Österreicherin Julia Dujmovits gestoppt. Zuvor gewann die Miesbacherin Kober die Bronzemedaille. Es waren die Medaillen 17 und 18 (8/5/5) für das deutsche Olympia-Team.

Edelmetall war dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) schon nach den Viertelfinals sicher, als klar war, dass sich beide Sportlerinnen in der Runde der besten Vier direkt gegenüberstehen. Bei Kobers Lauf um Rang drei gegen die Italienerin Corinna Boccacini kam sogar eine weitere Medaille dazu. Arm in Arm feierten die Zimmerkolleginnen im Zielraum von Krasnaja Poljana die Medaillen.

Grund zur Freude hatten die Funktionäre des DOSB zuvor am Samstag nicht, als sie auf der Bilanzpressekonferenz über den Fall Sachenbacher-Stehle reden mussten. Chef de Mission Michael Vesper berichtete, dass die Wohnung der Biathletin und der Bundesstützpunkt Ruhpolding von Beamten des Landeskriminalamtes Bayern durchsucht wurden. Der DSV bestätigte die Durchsuchung und sprach von einem nicht unüblichen Vorgehen.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte Ermittlungen gegen unbekannt. In einem durchsuchten Gebäude seien Nahrungsergänzungsmittel gefunden worden. Es sei noch unklar, ob sie in einem Zusammenhang mit dem Dopingfall stehen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, dass sich die Ermittlungen nicht gegen Sachenbacher-Stehle richten. Ermittelt wird wegen unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport. Nähere Angaben machte er nicht.

Sachenbacher-Stehle, die positiv auf ein Stimulanzmittel getestet worden war, wurde aus dem deutschen Team ausgeschlossen und reiste ab. Am Samstag strich die Internationale Biathlon-Union (IBU) die Deutsche aus den Ergebnislisten. Die 33-Jährige war im Massenstart Vierte geworden, ehe sie bei einer Dopingprobe auffiel. Auch Platz vier der Mixed-Staffel, in der sie als Startläuferin eingesetzt worden war, wurde aus den Resultaten entfernt.

Am Samstag wurde der dritte Dopingfall nach Sachenbacher-Stehle und dem italienischen Bobfahrer William Frullani bekannt. Die ukrainische Ski-Langläuferin Marina Lisogor wurde überführt, wie das Nationale Olympische Komitee (NOK) ihres Landes mitteilte.

Olympia-Geschichte schrieb derweil Langläuferin Marit Björgen, die im 30-Kilometer-Freistilrennen ihr sechstes Gold gewonnen. Die Norwegerin siegte in Krasnaja Poljana vor ihrer Landsfrau Therese Johaug und stieg mit insgesamt sechs Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin auf. Als beste deutsche Läuferin belegte Katrin Zeller den zwölften Rang.

Grund zur Freude hatte auch Rodel-Olympiasieger Felix Loch. Er wurde als Fahnenträger für die Schlusszeremonie bestimmt. "Ich flipp aus: Ich darf bei der Abschlussfeier die Deutsche Fahne tragen! Der Wahnsinn!", twitterte er.

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