Bayreuth (dpa) - Im Fall der seit 2001 verschwundenen Peggy hat ein Verdächtiger Medienberichten zufolge eingeräumt, mit dem Mädchen intim gewesen zu sein. Wie die "Bild"-Zeitung und der "Nordbayerische Kurier" am Mittwoch berichteten, soll er von Kontakten in den Osterferien 2001 berichtet haben.

Er soll damals 17 Jahre alt gewesen sein, die Schülerin war 9 Jahre alt. Der junge Mann sei in Peggys Haus im oberfränkischen Lichtenberg zu Besuch gewesen. Die Staatsanwaltschaft war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Peggys Verschwinden zählt zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Deutschlands. Bis heute wurde keine Leiche des Mädchens gefunden. Ein Verdächtiger wurde zwar verurteilt, aber es kamen immer wieder Zweifel an dem Richterspruch auf.

Bereits Mitte Januar war bekanntgeworden, dass der heute 29 Jahre alte Mann, über den jetzt berichtet wurde, kurz vor dem Verschwinden Peggys seine eigene Nichte missbraucht hatte. Der Verdächtige, der als enger Freund von Peggys Familie galt, sitzt derzeit wegen sexuellen Missbrauchs seiner dreijährigen Tochter in Haft. Der Mann aus Sachsen-Anhalt soll sich in Hof vor Gericht verantworten, einen Termin gibt es noch nicht.

Der 29-Jährige ist den Zeitungsberichten zufolge durch eine Anzeige seines Halbbruders ins Visier der Peggy-Ermittler geraten. Er habe ausgesagt, die intimen Berührungen seien nicht von ihm, sondern von Peggy ausgegangen. Die Polizei hat bereits das Elternhaus des Verdächtigen in Halle an der Saale durchsucht.

2004 wurde der geistig behinderte Ulvi K. als Peggys Mörder verurteilt, doch immer wieder wurden Zweifel an seiner Schuld laut. Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an - von 10. April an wird der Fall neu aufgerollt.