Paris (dpa) - Rund fünfzig Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Dienstag vorübergehend das Gelände des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim nahe der deutsch-französischen Grenze besetzt.

Die Demonstranten entfalteten auf einem Reaktordach zwei Banner, auf denen ein "Ende des Risikos für Europa" gefordert wurde. Laut Greenpeace kamen die Aktivisten aus 14 Ländern, unter anderem aus Deutschland, Dänemark, Italien und Großbritannien.

Von deutscher Seite aus begleitete die Organisation die Aktion mit einem Hubschrauber in der Luft. Im Lauf des Tages setzte Greenpeace auch mehreren Schlauchboote auf einem Kanal am Atomkraftwerk ein.

Nach Polizeiangaben wurden alle 56 Aktivisten festgenommen. Drei von ihnen hatten sich bei der Aktion verletzt. Das Umweltministerium kündigt am Nachmittag an, den Schutz der französische Atomkraftwerke zu verstärken. Der Energiekonzern EDF sah als Betreiber des Atomkraftwerks durch die Aktion "keine Konsequenz für die Sicherheit". Im vergangenen Jahren hatten Greenpeace-Mitglieder erfolglos versucht, auf das Gelände des Atomkraftwerk zu gelangen.

Das Kraftwerk Fessenheim ist einer von 19 Standorten mit 58 Atomreaktoren in Frankreich. Fessenheim soll bis Ende 2016 vom Netz gehen. Präsident François Hollande will bis 2025 den Anteil der Atomenergie in Frankreich von 75 auf 50 Prozent reduzieren.