Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Erholungstendenz auch am Dienstag fortgesetzt. Für Aufatmen bei den Anlegern sorgte die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wonach Russland keine Spaltung der Ukraine wolle.

Nach anfänglichen Verlusten zog der Dax gegen Mittag deutlich an und gewann letztlich 0,67 Prozent auf 9242,55 Punkte. Dabei konnten den Leitindex auch überraschend schwach ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland nicht bremsen. Für den MDax ging es um 0,78 Prozent auf 16 421,64 Punkte nach oben. Der TecDax schloss mit einem Plus von 0,75 Prozent bei 1253,43 Punkten.

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten ebenfalls Gewinne. Der EuroStoxx 50 gewann 0,78 Prozent auf 3073,75 Punkte. Der CAC 40 in Paris und der FTSE 100 in London stiegen um ein halbes bis ein Prozent. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Börsenschluss 0,47 Prozent höher.

Die "Putin-Rally" begann, nachdem der russische Präsident mitgeteilt hatte, die territoriale Integrität der Ukraine - mit Ausnahme der Krim - nicht mehr in Frage zu stellen. Zuvor hatten diese Sorgen sowie Befürchtungen über weitere Sanktionen des Westens und mögliche Gegenreaktionen Russlands die Marktstimmung belastet. Ob sich allerdings die USA und die Europäische Union damit abfinden, stehe auf einem anderen Blatt, kommentierte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. "Denn weiterführende Sanktionen wie beispielsweise Einschränkungen bei Handel und Kapitalverkehr würden die mittlerweile engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und EU wesentlich mehr belasten als ein paar Kontensperrungen oder Einreiseverbote." Dies könnte deutsche Aktien erneut unter Druck setzen, fügte Kuhn hinzu.

Wie stark sich die Lage auf der Krim auf die Stimmung deutscher Finanzexperten ausgewirkt hatte, zeigten die am Vormittag vorgelegten ZEW-Konjunkturerwartungen. Diese waren im März überraschend deutlich gefallen. Der Rückgang gehe auf das Konto der politischen Turbulenzen in der Ukraine und des Konflikts um die Halbinsel Krim, schrieb Chefökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP-Bank.

Unter den 30 Dax-Werten endeten am Dienstag 28 im Plus. Die Vorzugsaktien von Volkswagen gehörten mit einem Gewinn von 0,06 Prozent dabei zu den schwächsten Titeln. Der schwedische Lkw-Hersteller Scania stellt sich gegen die Übernahmeofferte seiner Konzernmutter VW. Die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten K+S erholten sich als Spitzenreiter im Dax um weitere 4,07 Prozent. Sie waren in der Vorwoche nach einem zurückhaltenden Geschäftsausblick eingebrochen.

Im MDax büßten die Papiere von Wacker Chemie ihre anfänglichen Gewinne gegen den Markttrend ein und fielen am Index-Ende um 2,54 Prozent. In der Spitze hatten sie um mehr als zwei Prozent zugelegt. Analysten waren sich uneins über den Geschäftsausblick des Spezialchemieunternehmens und Halbleiter-Zulieferers.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,27 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 134,79 Punkte. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 134,80 Punkte. Der Bund-Future stand 0,07 Prozent höher bei 143,27 Punkten. Der Kurs bewegte sich nur wenig. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3902 (Montag: 1,3906) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7193 (0,7191) Euro.