Washington (dpa) - Anleger und Finanzanalysten rund um den Globus haben ihren Blick auf den anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gerichtet.

Nach zweitägiger Zinssitzung, die am Dienstag beginnen sollte, will der Offenmarktausschuss am Mittwochabend (MEZ) in Washington seine neueste Erklärung zu Fed-Geldpolitik vorlegen. Zudem wird auch die neue Fed-Chefin Janet Yellen erstmals seit ihrem Amtsantritt im Februar eine Pressekonferenz in Washington abhalten.

Experten rechnen damit, dass die Notenbank im Zuge einer Straffung der Geldpolitik ihre monatlichen Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren weiter reduziert. Im Dezember und Januar waren sie um je 10 Milliarden auf 65 Milliarden Dollar (47,5 Mrd Euro) pro Monat abgesenkt worden. Yellen hatte jüngst bei einer Kongressanhörung "weitere angemessene Schritte" angedeutet. Die Märkte bezeichnen diesen behutsamen Ausstieg der Fed aus ihrem Programm zu Konjunkturankurbelung als "Tapering".

Zudem werden Signale über die bevorstehende Zinspolitik erhofft. Der Zinssatz befindet sich seit Ende 2008 auf dem historischen Tiefstand zwischen Null und 0,25 Prozent. Nach bisheriger Maßgabe soll er steigen, wenn die US-Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt. Obwohl der Wert derzeit bei 6,7 Prozent liegt, ist die US-Konjunktur laut Yellen noch zu schwach. Fachleute meinen, dass daher konkrete Zielmarken in der aktuellen Erklärung gestrichen werden könnten.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten aus den USA sieht Volkswirt Johannes Jander von der Helaba keinen Grund für eine Veränderung der Fed-Pläne. Die sehen einen Ausstieg aus den Anleihekäufen bis zum Ende des Jahres fort. Nach der leichten, wetterbedingten Verschnaufpause am Immobilienmarkt zu Beginn des Jahres setze sich die Erholung fort. Auch Analysten von der Commerzbank sehen das Ende der quantitativen Lockerung bis zum Herbst. Mit Zinserhöhungen seien dagegen nicht vor Frühjahr 2015 zu rechnen.

Anlass für Inflationsängste bestehe gleichwohl aber nicht. So ist die Inflationsrate im Februar deutlich gesunken. Aufs Jahr gerechnet lag der Auftrieb der Verbraucherpreise nur noch bei 1,1 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Im Vormonat hatte die Jahresrate noch 1,6 Prozent betragen. Auch bei der Kerninflation, die ohne stark schwankende Preise für Lebensmittel und Energie berechnet wird, lag die Jahresrate im Vergleich zum Vormonat stabil bei 1,6 Prozent. Die Inflationsrate liegt damit weiterhin unter der wichtigen Zielmarke der Fed, die erst beim Erreichen der Marke von 2,0 Prozent Zinserhöhungen erwägen will.