Frankfurt/Main (dpa) - Schwache Konjunkturdaten und die anhaltende Krise in der Ukraine haben die Gewinnserie des Dax am Montag zunächst beendet.

Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,43 Prozent schwächer bei 9303 Punkten. Für den MDax ging es um 0,67 Prozent auf 16 228 Punkte nach unten, während der TecDax 1,32 Prozent auf 1221 Punkte verlor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,46 Prozent.

Aktienhändlerin Anita Paluch von der Varengold Bank verwies darauf, dass der Einkaufsmanagerindex der britischen Großbank HSBC für das verarbeitende Gewerbe in China im März überraschend auf ein Achtmonats-Tief gefallen ist.

Auch der deutsche Einkaufsmanagerindex habe enttäuscht, was gute Daten aus Frankreich nicht hätten wettmachen können. Zudem lasse jegliche Verschärfung der Lage in der Ukraine die Anleger nervös reagieren, ergänzte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX.

Presseberichte sorgten unterdessen für Kursaufschläge. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin könnte laut "Wirtschaftswoche" in eine GmbH umgewandelt und von der Börse genommen werden. Zudem wolle die arabische Fluglinie Etihad ihre Anteile von 30 auf 49,9 Prozent aufstocken, und die Kleinaktionäre sollten abgefunden werden, hieß es.

Kursgewinne von fast zweieinhalb Prozent verhalfen den Air-Berlin-Titeln zu einem der vorderen Plätze im SDax. Dagegen büßten die Aktien von Konkurrent Lufthansa im Dax über anderthalb Prozent ein. Die Gewerkschaft Verdi hatte nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes Angestellte am Frankfurter Flughafen für Donnerstag aufgerufen, ihre Arbeit ruhen zu lassen.

Favorit der Anleger im Leitindex waren die Aktien der Deutschen Post mit plus zweieinhalb Prozent. Der Logistikkonzern will laut "Welt am Sonntag" den Gewinn seiner Brief- und Paketsparte kräftig steigern. Die Berichtssaison nähert sich derweil langsam ihrem Ende.

Der Rekordgewinn der Tochter Hannover Rück und ein lukrativer Anteilsverkauf haben den Versicherungskonzern Talanx die hohen Flut- und Hagelschäden des Jahres 2013 verschmerzen lassen. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen der Analysten, woraufhin die Aktien an der MDax-Spitze um knapp zwei Prozent anzogen. Gesenkte Unternehmensziele drückten indes die Papiere des Arzneiherstellers Stada mit über sechs Prozent Minus ans Indexende.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,35 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 134,21 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,05 Prozent auf 142,64 Punkte nach oben. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3774 (Freitag: 1,3780) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7260 (0,7257) Euro.