Bonn (dpa) - Der Photovoltaik-Konzern Solarworld hält nach seinem scharfen Schuldenschnitt die Trendwende für geschafft und hat sich schon wieder ehrgeizige Ziele gesetzt.

Die Bonner wollen nach knapp 460 Millionen Umsatz und fast 230 Millionen Euro Verlust im vergangenen Jahr schon 2015 operativ (Ebit) wieder Geld verdienen und bis 2016 die Erlöse auf über eine Milliarde Euro verdoppeln. "Der Kunde ist ein scheues Reh, aber das Reh kommt durchaus auch zurück", sagte Firmenchef Frank Asbeck am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Die Zahlen waren weitgehend bekannt.

Asbeck begründete seinen Optimismus mit dem Wachstum des Solar-Weltmarktes, der nach Prognosen von 37 Gigawatt 2013 bis 2016 auf 55 Gigawatt zulegen werde. Solarworld sei im außereuropäischen Geschäft vor allem in den USA und zunehmend in Japan dabei. Der große chinesische Markt sei Solarworld aber de facto verschlossen.

Der Konzern hatte mit der Restrukturierung seine Schulden um mehr als die Hälfte auf 427 Millionen Euro verringert. Zugleich wurden neue Aktien ausgegeben. Durch den Schritt verloren Anleger viele Millionen. Außerdem konnten die Bonner mit Qatar Solar Technologies einen finanzstarken Investor gewinnen. Asbeck ist an dem neu aufgestellten Unternehmen wieder mit knapp 20 Prozent beteiligt, die Qataris mit 29 Prozent.

Auch er habe viel Geld verloren, rechtfertigte Asbeck sich. Nun sei das Unternehmen aber gesund und werde sich auf den Kampf um die beste Technologie konzentrieren. "Wir wollen nicht den Kampf der tiefen Taschen gegen Dumping."

Die Maschinen der ehemaligen Bosch-Solarsparte in Arnstadt (Thüringen) mit rund 800 Mitarbeitern liefen bereits wieder und produzierten hervorragende Qualität, sagte Asbeck. Solarworld habe dort eine echte Perle übernommen. Einschließlich der 800 ehemaligen Bosch-Mitarbeiter beschäftigt Solarworld jetzt über 3000 Menschen weltweit, davon gut 700 in den USA.

Mitteilung Solarworld