München (dpa) - Die großen europäischen Fußball-Clubs wie der FC Bayern München nehmen keine ablehnende Haltung zur künftigen europäischen Nationenliga für Nationalteams ein.

"Wir sind nicht gegen den Nations Cup", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge auch in seiner Funktion als Vorsitzender der europäischen Club-Vereinigung ECA der Nachrichtenagentur dpa.

"Wir haben Verständnis, dass speziell die kleinen und mittleren Nationalverbände die Freundschafts-Länderspiele nicht mehr vermarkten können", sagte er. Auf deren Einfluss hin sei es zu der Entscheidung der UEFA für die Einführung des neuen Wettbewerbs nach der WM 2018 gekommen, sagte Rummenigge.

"Jetzt ist es wichtig, ein Format zu entwickeln, dass den Geschmack der Fernsehsender, Fans und Sponsoren findet", betonte der Bayern-Chef. Das werde eine schwierige Aufgabe für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der die Arbeitsgruppe anführe.

Negative Effekte auf die Champions League befürchtet Rummenigge durch die Nationenliga nicht: "Um die Champions League mache ich mir keine Sorgen. Sie ist die Königsklasse des Club-Fußballs. Ich kann den deutschen Clubs jetzt schon versprechen, dass in der Champions League und auch in der Europa League die Zahlen weiter nach oben gehen", sagte der ECA-Vorsitzende.

Eine Mehrbelastung der Nationalspieler sieht er auch nicht auf die Clubs zukommen. Denn die Zahl der Länderspiele würde nicht ansteigen. Für die Clubs gebe es sogar einen "kleinen, angenehmen Nebeneffekt": Durch die Nationenliga gebe es künftig keine Freundschaftsspiele mehr, zu denen etwa die spanischen Nationalspieler des FC Bayern wie zuletzt weite und anstrengende Reisen nach Südafrika oder Südamerika in Kauf nehmen müssten.