Frankfurt/Neu Delhi (dpa) - Ein indisches Passagierflugzeug ist im März etwa 20 Minuten im deutschen Luftraum ohne Kontakt zu den Fluglotsen unterwegs gewesen. Die Deutsche Flugsicherung bestätigte entsprechende Berichte der indischen Tageszeitung "Indian Express".

Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing 777-300 der Fluglinie Jet Airways auf dem Weg von London nach Mumbai.

Eine Sprecherin erklärte: "Am 13.3. hat Eurocontrol in Maastricht, die den nordwestdeutschen Luftraum überwacht, um 23.01 Uhr festgestellt, dass sich die Piloten eines indischen Flugzeugs nicht mehr melden." Entsprechend den Vorschriften sei dies auch der Luftwaffe gemeldet worden. 22 Minuten später sei der Kontakt wieder hergestellt worden.

Die indische Tageszeitung zitierte einen Sprecher von Jet Airways mit einer Erklärung für die Funkstille: Die Piloten hatten demnach ihre Kopfhörer abgenommen. "Die Kommunikation war unterbrochen, da die Besatzung übersehen hatte, die Stärke der Lautsprecher anzupassen, nachdem sie die Kopfhörer abgenommen hatte." Nach Angaben von Jet Airways wurden die Piloten für zwei Wochen vom Dienst suspendiert. Indiens Zivilluftfahrtbehörde ordnete eine Untersuchung an, wie das Blatt ergänzte.

Dem indischen Bericht zufolge löste die Funkstille angeblich Panik bei den deutschen Lotsen aus, da sich der Vorfall nur wenige Tage nach dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flugs MH370 ereignet hat. "Die deutschen Behörden haben Panik bekommen", zitierte die Zeitung einen indischen Behördenvertreter. Dies könne sie sich nicht vorstellen, sagte dagegen die Sprecherin der Flugsicherung in Deutschland. "Das kommt gelegentlich vor, das ist nichts, was Lotsen stark beunruhigt. Das gehört zur normalen Tätigkeit."

Dass die deutschen Behörden bei der indischen Luftfahrtbehörde nach dem Vorfall eine Beschwerde eingelegt hätten, wie dies der "Indian Express" berichtete, könne sie nicht bestätigen: Davon wisse sie nichts, sagte die Sprecherin.

Bericht Indian Express