Belek (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach hat wegen der Verzögerungen beim Bau der Wettkampfstätten für die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro 2016 nun doch hart durchgegriffen und ein Maßnahmen-Paket beschlossen. Damit reagierte der 60-Jährige zum Abschluss der zweitägigen Exekutivsitzung des IOC in Belek (Türkei) auch auf die harsche Kritik der internationalen Sommersportverbände (ASOIF).

Bach ernannte IOC-Executiv-Direktor Gilbert Felli zum Krisenmanager. Der Franzose soll mit regelmäßigen Besuchen in Rio demonstrieren, dass das IOC die Entwicklung vor Ort genau verfolgt. Zudem wurden Task-Forces eingerichtet, die sich um die Bereiche Bau, operatives Geschäft sowie Bevölkerung in Rio kümmern. Die Gründung eines neues Komitees unter Führung des IOC mit Vertretern des Organisationskomitees sowie der brasilianischen Regierung soll sichern, dass ab sofort Entscheidungen schneller durchgesetzt werden können.

Zusätzlich wird das IOC einen lokalen Projekt-Manager mit Erfahrungen in Bauvorhaben einsetzen, um Einfluss auf die Entwicklung der Wettkampfstätten bzw. der Infrastruktur zu haben. Außerdem wird das IOC - wie schon vor Olympia in Sotschi - die Zusammenarbeit mit den internationalen Sportverbänden intensivieren. Projektgruppen der Verbände sollen nach Rio reisen und die Baufortschritte in den Einrichtungen ihrer Sportart begutachten.

"Mit diesen Maßnahmen wollen wir noch enger mit dem Organisationskomitee in Rio und mit den unterschiedlichen Behörden der Regierung zusammenarbeiten", sagte Bach und ergänzte: "Das IOC will den Druck auf Rio nicht erhöhen. Wir wollen unsere Erfahrungen stärker einbringen, damit die Spiele 2016 ein Erfolg werden."

Zuvor hatten 18 ASOIF-Verbände Alarm geschlagen. Angesichts der starken Verzögerungen bei den Bauprojekten forderte Generalsekretär Patrick Baumann vom Basketball-Weltverband FIBA, Sportarten aus Rio auszugliedern und an andere Städte zu vergeben. Präsident Hassan Moustafa vom Handball-Weltverband (IHF) mahnte, dass sofort mehr Druck auf die brasilianische Regierung ausgeübt werden müsse, ansonsten gehe jedes Anliegen in den nächsten Monaten im Trubel der Fußball-WM unter.

Sorgen macht den Sportfunktionären auch der seit Tagen anhaltende Streik von rund 2000 Arbeitern auf den Olympia-Baustellen, die bessere Bedingungen für sich erzwingen wollen. Der Sportdirektor von Rio 2016, Agberto Guimarães, versuchte indes, die Bedenken zu zerstreuen. "Die Probleme werden gelöst. Die Arbeiter werden in zwei Schichten arbeiten, wenn sie zurückkommen.