New York (dpa) - Ein schwächelndes Geschäft mit Hypotheken und Anleihen hat dem Wall-Street-Primus JPMorgan Chase den Jahresbeginn verhagelt.

Der Gewinn im ersten Quartal sackte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Dollar ab (3,8 Mrd Euro). Ein Grund für den Rückgang ist der langsame Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik, womit die Flut des extrem billigen Geldes allmählich zu Ende geht.

Bankchef Jamie Dimon sprach am Freitag von einem "branchenweiten Gegenwind" auf den Finanzmärkten und bei Immobilienfinanzierungen. Analysten hatten nicht mit so starken Rückgängen gerechnet. Die Aktie von JPMorgan fiel vorbörslich um 3 Prozent und zog auch andere Bankenwerte mit in den Keller.

JPMorgan ist nicht nur der größte Finanzkonzern der USA, sondern traditionell auch der erste, der seine Geschäftszahlen vorlegt. Das breit aufgestellte New Yorker Institut mit seinem Investmentbanking und seinem Privatkundengeschäft gilt als ein Richtungsweiser für die Branche. In der kommenden Woche folgen andere Schwergewichte wie die Bank of America, Citigroup oder Goldman Sachs. Die Deutsche Bank legt ihre Zwischenbilanz etwas später am 29. April vor.

Die Erträge von JPMorgan - die gesamten Einnahmen - schrumpften um 8 Prozent auf 23 Milliarden Dollar. Es gab jedoch Lichtblicke. Dimon verwies auf das Geschäft mit Spareinlagen und auf Kreditkarten. "Unsere Zuversicht in die Gesamtwirtschaft steigt", sagte der Bankchef. Verbrauchern und Unternehmen gehe es finanziell zunehmend besser.

JPMorgan Chase dürfte es trotz des missglückten Jahresstarts dennoch schaffen, im Gesamtjahr mehr Geld zu verdienen. Im vergangenen Jahr hatte die Beilegung zahlreicher Rechtsstreitigkeiten den US-Branchenprimus mit 23 Milliarden Dollar belastet, was zu einem Gewinneinbruch führte. Vor allem fragwürdige Hypotheken-Deals kurz vor der Finanzkrise waren der Bank zum Verhängnis geworden.

Wie viele andere Banken versucht JPMorgan mit einem Sparprogramm, gegen die Schwächen in wichtigen Geschäftsbereichen anzukämpfen. 24 500 Stellen sollen wegfallen. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres baute die Bank 8900 Jobs ab, womit Ende März noch 247 000 Leute für den Konzern arbeiteten.