New York (SID) - Der NHL droht erneut juristischer Ärger. Nachdem bereits im November zehn ehemalige Spieler eine Klage gegen die nordamerikanische Eishockey-Liga angestrengt hatten, haben laut AFP am Donnerstag neun weitere Kufen-Cracks juristische Schritte eingeleitet. Inhalt der Klage ist der Vorwurf, die NHL habe nicht genug unternommen, um die Spieler vor Gehirnerschütterungen zu schützen und sie über deren Risiken aufzuklären.

Zu den neun Ex-Spielern gehört Dan LaCouture, der zwischen 1998 und 2009 348 NHL-Spiele für Edmonton und Pittsburgh bestritten hat. Demnach leidet der 36-Jährige heute noch unter schweren Kopfschmerzen, Reizbarkeit, extremer Lichtempfindlichkeit und Depressionen.

Die Kläger unterstellten der NHL, im Gegensatz zu den europäischen Ligen "ein extrem körperliches Spiel bewusst zu fördern". Die NHL hatte zwar 2011 Maßnahmen ergriffen und bewusste Kopftreffer mit höheren Strafen geahndet. Die Ex-Profis erklärten jedoch, dass diese Maßnahmen zu wenig Wirkungen zeigten und zu spät eingeleitet worden seien, um ihnen zu helfen.

Die Klageschrift soll allerdings voller Fehler sein. So werde behauptet, die noch lebende Eishockey-Legende Gordie Howe sei 2009 an einer degenerativen Gehirnerkrankung gestorben. Tatsächlich starb Howes Gattin an einer derartigen Krankheit. Auch der Name des 2007er-MVP Sidney Crosby sei falsch geschrieben worden ("Sydney").

Wohin die Klage führen wird, ist offen. Im Spätsommer 2013 hatte die National Football League (NFL) umgerechnet 570 Millionen Euro an über 4500 ehemalige Spieler bezahlen müssen, die ebenfalls aufgrund mangelnder Aufklärung und Schutz gegen Verletzungen geklagt hatten.