Moskau (dpa) - Kremlchef Wladimir Putin hat die Verlässlichkeit russischer Gaslieferungen in die Europäische Union betont. Zugleich warnte er erneut davor, dass die vor dem Bankrott stehende Ukraine als wichtigstes Transitland illegal für die EU bestimmtes Gas abzapfen könnte.

"Russland handelt sehr akkurat", sagte Putin bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats. Sein Land liefere wie immer in vollem Umfang, die Frage sei aber, was am Ende bei der EU ankomme. Zuvor hatte die EU Russland nach Warnungen vor möglichen Lieferengpässen aufgefordert, Zusagen einzuhalten.

Angesichts Milliardenschulden der Ukraine erwägt Russland, nur noch gegen Vorkasse zu liefern. Für den Fall würden zwar weiter die mit den EU-Staaten vereinbarte Mengen durch die Ukraine gepumpt. Bei früheren Energiekonflikten zwischen Moskau und Kiew kam aber die volle Menge nie in der EU an.

"Die Dramatik der Lage ergibt sich daraus, dass im ersten Quartal die niedrigsten Preise überhaupt galten und die ukrainischen Partner sogar dabei mit dem Bezahlen aufhörten", betonte Putin. Der 7. April sei Zahltag für 540 Millionen US-Dollar gewesen. "Kein einziger Dollar, kein einziger Rubel wurde bezahlt. Überhaupt nichts. Null. Das ist eine absolut unerträgliche Situation", sagte Putin.