München (dpa) - Bernie Ecclestone hat viel erlebt und viel bewegt. Mister Formel 1 hat sich aber auch schon positiv und wohlwollend über Diktatoren geäußert.

Als er einmal im Medienzentrum von Bahrain auf die Menschenrechtslage in dem Königreich angesprochen wurde, empfahl Ecclestone den verdutzten Journalisten sogar eine Reise nach Syrien.

Wenn der mittlerweile 83 Jahre alte Brite redet, dann eher leise. Mit seinen Worten sorgte er aber schon des öfteren für gewaltigen Nachhall. Konsequenzen hatten selbst politisch höchst unkorrekte Äußerungen für Ecclestone praktisch nie. Im Fahrerlager der Motorsport-Königsklasse wagte keiner, ihn öffentlich infrage zu stellen. Bereits seit Ende der 70er Jahre lenkt Ecclestone die kommerziellen Geschicke des PS-Spektakels.

"Wie auch immer die Besitzverhältnisse in der Formel 1 sein mögen - die Kontrolle behält Bernie", sagte der dreimalige Weltmeister Niki Lauda schon vor über zwölf Jahren. Er sollte recht behalten. Ecclestone wurde 2006 die ungeliebten Banken los, die die Anteile nach der Kirch-Pleite an der Formel 1 übernommen hatten. Ein Investmentunternehmen (CVC) bekam den Zuschlag und setzte Ecclestone als Geschäftsführer der Formel 1 ein. Es blieb also alles beim alten und damit in der Hand des nicht mal 1,60 großen Briten.

Das Geschäftemachen ist Ecclestones Leben. Und sein Lebenswerk. Ums Geld an sich geht es ihm gar nicht, erklärt er ständig. Er gilt trotz Milliardenvermögens auch als alles andere als verschwenderisch. "Ich bin bescheiden", behauptete Ecclestone einmal.