Charkow (dpa) - Auch der zweite Runde Tisch zur Krisenlösung in der Ukraine ist ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. "Wir sind bereit, alles für eine Einheit des ukrainischen Staates zu tun", sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk in der ostukrainischen Stadt Charkow.

Zum Erhalt der Ex-Sowjetrepublik im Ganzen solle es weitere Runde Tische geben, den nächsten am Mittwoch (21. Mai) in Tscherkassy rund 200 Kilometer südlich von Kiew.

Zu ihrem ersten Treffen waren politische Akteuren am Mittwoch in der Hauptstadt Kiew zusammengekommen. Jazenjuk sprach sich nun für einen besonderen Schutz der russischen Sprache und für eine "Dezentralisierung der Macht" aus - also für die Abgabe von Zuständigkeiten aus der Hauptstadt Kiew an die Regionen.

Beobachter sprachen von einer deutlich besseren Dialogatmosphäre als zuletzt. Der "Tisch" sei offener gewesen als in Kiew, weil auch Vertreter der Opposition und der russisch geprägten Regionen dabei gewesen seien, sagte der Ex-Präsident Leonid Krawtschuk. Charkow liegt nahe der umkämpften Regionen Lugansk und Donezk.

Vertreter militanter prorussischer Kräfte waren aber ausgeschlossen, weil die Regierung Gespräche mit "Separatisten und Terroristen" ablehnt, wie Jazenjuk erklärte. Die Machthaber der nicht anerkannten "Volksrepublik Donezk", die sich nach einem illegalen Referendum für unabhängig erklärt hatte, verweigerten ebenfalls den Dialog.

Gespräche mit Kiew könne es erst geben, wenn die Regierung ihre "Anti-Terror-Operation" beende und Soldaten abziehe, sagte der neue "Regierungschef der Donezker Volksrepublik", Alexander Borodaj. Er kündigte zudem eine baldige Vereinigung der "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk an.