Paris/Jaunde (dpa) – Unter dem Eindruck eines bewaffneten Angriffs der Terrororganisation Boko Haram in Kamerun hat in Paris ein französisch-afrikanischer Anti-Terror-Gipfel begonnen.

Ziel des Treffens ist es, gemeinsam Strategien gegen Boko Haram und andere islamistische Terrorgruppen zu entwickeln. Der französische Präsident François Hollande empfing am Samstag den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan und die Staatschefs aus den Nachbarländern Nigerias - dem Tschad, Kamerun, Niger und Benin. Auch die USA, Großbritannien und die EU sind beteiligt.

Im Norden von Kamerun war wenige Stunden zuvor eine chinesische Fabrik angegriffen worden. Dabei kamen in der Nacht zum Samstag zwei Menschen ums Leben. Weitere zehn Menschen seien verschleppt worden, teilte der Gouverneur der Region, Augustine Awa Fonka, weiter mit. Etwa 200 Bewaffnete hätten die Stadt Waza im äußersten Norden des zentralafrikanischen Landes gegen 02.00 Uhr morgens angegriffen. Bei den Toten handele es sich um einen chinesischen Straßenbauarbeiter und einen Soldaten aus Kamerun.

Auch Kameruns Präsident Paul Biya beteiligt sich an den Gesprächen in Paris. Erwogen werden nach inoffiziellen Angaben aus dem Élysée der Einsatz von Satelliten, um Waffenverstecke der Terroristen aufzuspüren, eine Koordination von Geheimdiensten und verschärfte Grenzkontrollen, um Verbindungen zwischen Terrorgruppen zu stören. Die Hilfe Frankreichs soll allerdings auf technisches Material und Experten beschränkt bleiben. Ausgeschlossen wird in Paris eine Militäraktion des Westens gegen Boko Haram.

Frankreichs Präsident Hollande hatte nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria durch Boko-Haram-Kämpfer am 14. April zu dem Gipfel nach Paris eingeladen. Die USA, Großbritannien und Frankreich helfen bereits bei der Suche nach den Verschleppten. Washington hatte vor wenigen Tagen ein Team von Experten nach Nigeria geschickt. Aus Frankreich reiste eine Gruppe von Geheimdienstexperten an. Die nigerianische Regierung hat Verhandlungen mit Boko Haram über die Freilassung der Schülerinnen kategorisch abgelehnt.