Zürich (dpa) - Der Ex-Radprofi Jan Ullrich hat in der Schweiz einen Unfall unter Alkoholeinfluss verursacht. "Es ist unverzeihlich, dass ich mich unter Alkoholeinfluss ans Steuer gesetzt habe.

Das war ein Riesenfehler, den ich zutiefst bereue", hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme von Ullrich. Der 40-Jährige war nach einem Bericht der Zeitung "Blick" am Montag im Kanton Thurgau mit seinem Wagen auf ein Fahrzeug aufgefahren, das an einem Stoppsignal stand, danach streifte er ein weiteres Auto.

Nach Angaben des einstigen Tour-de-France-Gewinners war er mit seinem Auto auf dem Heimweg, als es zu dem Unfall mit zwei anderen Wagen kam. "Ich war in diesem Moment unaufmerksam und zu schnell unterwegs - ich wollte einfach schnell nach Hause", hieß es in der Erklärung weiter. "Die Konsequenzen muss und werde ich tragen." Nach seinen Informationen sind die anderen Unfallbeteiligten "unbeschadet geblieben". Sie konnten demnach nach einer Untersuchung in einem Krankenhaus wieder entlassen werden. Die Kantonspolizei erklärte, sie mache grundsätzlich keine Angaben zu Unfallbeteiligten. Der Zeitung "Blick" hatte Ullrich zunächst gesagt, dass "kein Alkohol im Spiel" war.

Ullrich erklärte weiter: "Ich bin ein glücklich verheirateter Familienvater, dem so etwas einfach nicht passieren darf. Ich bin schockiert und traurig über die Situation in die ich meine Familie und alle Beteiligten gebracht habe. Bei allen Unfallbeteiligten werde ich mich selbstverständlich persönlich entschuldigen." Der aus Rostock stammende Ex-Radprofi lebt seit einigen Jahren in der Schweiz.

Zu den Höhepunkten in Ullrichs Karriere gehören sein Triumph bei der Tour de France im Jahr 1997 - als erster und einziger Deutscher - und sein Olympiasieg im Straßenrennen 2000 in Sydney. Dort holt er auch Silber im Zeitfahren. 1997 wurde er auch zum "Sportler des Jahres" gekürt.

Doch Ullrich machte in seiner Laufbahn nicht nur positive Schlagzeilen: Einen Tag vor dem Tour-de-France-Prolog 2006 wurden der Deutsche, Teamkollege Oscar Sevilla und Betreuer Rudy Pevenage vom T-Mobile-Team wegen Doping-Verdachts suspendiert. Ullrich bestritt jede Schuld.

Der Radsportler erklärte 2007 in Hamburg seinen Rücktritt vom aktiven Radsport. Noch im gleichen Jahr wies die Staatsanwaltschaft Bonn nach einem DNA-Abgleich Blutbeutel, die beim spanischen Skandalarzt Eufemiano Fuentes gefunden worden waren, eindeutig Ullrich zu. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte Ullrich im Februar 2012 rückwirkend vom 22. August 2011 an für zwei Jahre für alle Aktivitäten im Profiradsport. Zudem annullierte das Gericht alle seine Ergebnisse seit dem 1. Mai 2005. Damit konnte er seinen Tour-Titel von 1997 behalten.

Im Juni 2013 gab der Ex-Profi im Interview des Magazins "Focus" erstmals Blutdoping bei Fuentes zu, wies Betrugsvorwürfe aber zurück.

Blick.ch