São Paulo (dpa) - Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist offiziell eröffnet. Drei Kinder ließen vor dem Auftaktspiel Brasilien - Kroatien in São Paulo symbolisch Friedenstauben in den Himmel aufsteigen.

Mit einer farbenprächtigen Eröffnungsshow hatte Gastgeber Brasilien die Fans vor den Fernsehschirmen in aller Welt und die Zuschauer in der WM-Arena von São Paulo zuvor auf die WM eingestimmt. 75 Minuten nach dem Ende der Show wurde das Eröffnungsspiel angepfiffen.

Etwa 600 Mitwirkende nahmen an der 25-minütigen und sechs Millionen Euro teuren Show teil, in deren Mittelpunkt ein großer Fußball mit 90 000 LED-Leuchten stand, der sich am Schluss öffnete. Auf einer im Ball enthaltenen Bühne standen US-Sängerin Jennifer Lopez, der US-Rapper Pitbull und die brasilianische Sängerin Claudia Leitte. Das Trio sang zum Schluss der Zeremonie den offiziellen WM-Song "We are one" und war dabei in grün, gelb und blau gekleidet - die Farben der brasilianischen Fahne.

Unter den offiziell 62 600 Zuschauern im anfangs nicht ganz gefüllten Stadion war neben Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und FIFA-Chef Joseph Blatter auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Reden wurde nicht gehalten, um eventuelle Pfiffe aus dem Publikum zu vermeiden. Gedacht wurde auch der Arbeiter, die bei der Errichtung der Stadien ums Leben kamen. "Ban Ki Moons Anwesenheit spricht Bände über die Kraft des Fußballs", twitterte Blatter im Anschluss.

Die dreiteilige Show würdigte zuerst die natürlichen Wunder Brasiliens. Im zweiten Part ging es um die Leidenschaft der Gastgeber für Tanz und Musik, zum Abschluss dann um die Begeisterung für Fußball. Entwickelt hatte die Choreographie von der aus Belgien stammenden künstlerischen Direktorin Daphné Cornez, das Konzept erstellte die Franco Dragone Entertainment Group.

Ein wenig unter ging das sogenannte Walk again project. Ein querschnittsgelähmter Teenager sollte mit Hilfe eines Exoskeletts eigenständig auf das Spielfeld laufen und symbolisch den WM-Ball "Brazuca" vom Mittelpunkt schießen. Dazu kam es allerdings nicht. Der Patient stand lediglich an der Seitenlinie und schoss den Ball etwa zwei Meter auf das Feld. Ein internationales Wissenschaftlerteam hatte für ihn extra einen Spezial-Roboteranzug entwickelt.

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