Hannover (dpa) - Fußball satt gibt es während der Fußball-Weltmeisterschaft bei ARD und ZDF. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender haben die Senderechte für alle Spiele erworben. Mit einer Personalrochade auf den Schlüsselpositionen nehmen sie die Berichterstattung in Angriff.

Wo sind die Spiele live zu sehen?

ARD und ZDF sind bei der WM in Brasilien Monopolisten. Erstmals seit 1998 werden wieder alle 64 Partien einer WM ausschließlich von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern übertragen. Anstoßzeiten sind 18.00 Uhr, 21.00 Uhr, 22.00 Uhr oder 24.00 Uhr MESZ. Nur die Partie Elfenbeinküste - Japan wird am 15. Juni um 03.00 Uhr nach Mitternacht angepfiffen.

Wer zeigt was?

Das Zweite beginnt die aktuelle WM-Berichterstattung am Donnerstag mit der Eröffnungsfeier und dem Auftaktspiel der Brasilianer gegen Kroatien (20.00 Uhr). In der Vorrunde wird das ZDF die Begegnung der deutschen Mannschaft gegen die USA (26. Juni) übertragen. Die Gruppenspiele gegen Portugal (16. Juni) und Ghana (21. Juni) laufen im Ersten. In der K.o.-Phase dürfte das Zweite die DFB-Auswahl im Achtelfinale und im Halbfinale übertragen. Die ARD würde bei Erreichen des Viertelfinales das Löw-Team zeigen und ist auf jeden Fall beim Endspiel auf Sendung.

Was passiert bei den parallelen Spielen?

Die letzten beiden Partien jeder Gruppe werden zeitgleich ausgetragen. Die ARD zeigt die weniger interessanten Spiele am 23. und 25. Juni auf dem Digitalkanal EinsFestival. Das Zweite nutzt dafür am 24. und 26. Juni ZDFinfo.

Wer kommentiert?

Für die Kommentierung der Spiele hat die ARD drei Journalisten im Einsatz: Tom Bartels, Gerd Gottlob und Steffen Simon. Hörfunk-Kollege Jens Jörg Rieck hilft beim Nachtspiel der Elfenbeinküste gegen die Japaner einmal aus. Beim ZDF wechselt sich bei den Live-Spielen das Reporter-Quartett Béla Réthy, Wolf-Dieter Poschmann, Oliver Schmidt und Thomas Wark ab. Réthy sitzt beim Eröffnungsspiel am Mikrofon. Bartels kommentiert am 13. Juli das Finale aus dem Maracana.

Welche Moderatoren sind im Einsatz?

Für die WM haben ARD und ZDF ihre Moderations-Teams im Vergleich zur EM 2012 umgestellt. Neuer Partner des ARD-Experten Mehmet Scholl bei den deutschen Spielen ist Matthias Opdenhövel statt Gerhard Delling. Im Einsatz ist zudem Moderator Reinhold Beckmann. Beim Zweiten bilden Oliver Welke und Oliver Kahn wie in der Champions-League das Moderations-Duo. In der Vorrunde ist zudem Rudi Cerne im Einsatz.

Wo arbeiten die Moderatoren?

Moderiert wird auf einer Dachterrasse in Rio, die sich die beiden öffentlich-rechtlichen Sender teilen. Eine Umstellung ist das vor allem für das ZDF, das bei der EM 2012 auf der Insel Usedom eine Plattform im Wasser aufgebaut hatte.

Wer berichtet von der deutschen Mannschaft?

Die EM-Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Gerhard Delling haben neue Aufgaben. "KMH", wie die ZDF-Journalistin genannt wird, moderiert nicht mehr an der Seite von Oliver Kahn, sondern meldet sich aus dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft. Ihr ARD-Pendant bei der DFB-Auswahl ist Gerhard Delling.

Welche Experten sind im Einsatz?

Die ehemaligen Nationalspieler Oliver Kahn (ZDF) und Mehmet Scholl (ARD) gehören schon fast zum Inventar. Der ehemalige Schiedsrichter Urs Meier ist wieder für das Zweite im Einsatz, arbeitet aber mehr im Hintergrund. Die ARD hat den Brasilianer Giovane Elber und Gerald Asamoah für das Morgenmagazin verpflichtet, das ZDF schickt Thomas Hitzlsperger für die Frühaufsteher ins Rennen.

Was bieten die ARD und ZDF noch an?

Beide Sender zeigen die Live-Spielen auch im Internet. Dort werden außerdem die Pressekonferenzen der deutschen Nationalmannschaft übertragen. Zudem bieten ARD und ZDF ein umfangreiches Angebot vom Morgenmagazin bis zum WM-Club der ARD. Der Digitalkanal ZDFinfo fasst unter der Rubrik "WM kompakt. Alle Spiele vom Vortag" das Geschehen in einer 45-minütigen Sendung kompakt zusammen. Sendezeiten sind unter der Woche jeweils morgens um 6.30 und 7.15 Uhr, am Wochenende um 8.00 und 8.45 Uhr sowie an allen Tagen um 12.00 Uhr.

Wer sendet sonst noch?

Anders als zuletzt zeigen weder RTL noch der Premiere-Nachfolger Sky Spiele der WM. Eine Sublizenzierung einzelner WM-Partien war im Vorfeld gescheitert. Die Sender ohne Live-Rechte setzen notgedrungen auf Nachrichten, Experten und Berichte aus dem DFB-Quartier.