Istanbul (dpa) - Unter den 49 Geiseln aus dem türkischen Konsulat in Mossul befindet sich auch ein Baby. Das Mädchen sei acht Monate alt und die Tochter eines Konsulatsmitarbeiters, berichteten türkische Medien am Donnerstag.

Islamisten hatten am Mittwoch das türkische Konsulat im irakischen Kurdistan gestürmt und Geiseln genommen. Zuvor hätten Mitarbeiter noch wichtige Dokumenten vernichten können, heißt es in den Medienberichten.

Ankara bemühe sich bisher um eine friedliche Freilassung seiner Bürger. Es gebe Kontakte zu den Extremisten. Am Mittwoch waren mutmaßliche Dschihadisten der Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) in das Konsulat gestürmt und hatten 49 Menschen entführt, darunter den Konsul.

Das Schicksal der entführten Lkw-Fahrer war am Donnerstag weiterhin unklar. Die rund 30 in Mossul von Isis-Kämpfern verschleppten Fahrer sollen freigelassen worden sein, berichtete CNN-Türk am Donnerstag. Anschließend soll eine andere dschihadistische Gruppe die Lkw-Fahrer aber erneut gefangenengenommen haben. Andere türkische Medien hatten kurz zuvor berichtet, die Fahrer seien in Freiheit. Die Türken waren am Dienstag während der Eroberung Mossuls durch die Terroristen verschleppt worden.

Mit der Geiselnahme ihrer Staatsbürger ist die Türkei direkt von der Krise im Nachbarland betroffen. Außenminister Ahmet Davutoglu drohte den Islamisten mit "Vergeltung", sollte den Geiseln etwas passieren.