Frankfurt/Bad Neustadt (dpa) - Die Aktionäre des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum haben dem Rückkauf eigener Aktien im Wert von 1,7 Milliarden Euro zugestimmt.

Die Hauptversammlung entschied sich am Donnerstag in Frankfurt mit 99,35 Prozent der Stimmen für den Vorschlag des Vorstands, wie das Unternehmen mitteilte.

Rhön will so einen Großteil der Erlöse aus dem Gewinn seines Klinik-Deals mit Fresenius verteilen. Vorstandschef Martin Siebert kündigte zudem an, 800 Millionen Euro in den Schuldenabbau zu stecken. Rund 200 Millionen Euro sollten investiert werden, sagte er laut Redetext.

Der hessische Gesundheitskonzern Fresenius hatte für 3 Milliarden Euro 40 Rhön-Krankenhäuser gekauft. Dem Geschäft war ein jahrelanges Tauziehen vorausgegangen. Inzwischen ist der Zwist mit Konkurrenten, die auch Anteilseigner von Rhön sind, aber beigelegt.

Daher zogen die Großaktionäre nun an einem Strang. Der Eigentümer des Medizintechnikherstellers B. Braun, Ludwig Georg Braun, wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Er hält derzeit rund 15 Prozent der Aktien und ist damit größter Einzelaktionär - vor zwei Jahren hatte er noch die Komplettübernahme von Rhön durch Fresenius verhindert.

Der fränkische Klinikkonzern will pro Aktie mindestens 23,54 Euro bieten, höchstens aber 25,19 Euro. Die Anteilsscheine sollen eingezogen werden, das Grundkapital kann sich dadurch mehr als halbieren. Nun wird es bis zum Jahresende noch einmal spannend. Denn dann wird klar werden, welche Großaktionäre an Bord bleiben und wer seinen Anteil versilbern oder ausbauen wird.

Die Hauptversammlung hob auch die umstrittene Änderung der Sperrminorität in der Rhön-Satzung auf. Vor einem Jahr hatte die Aktionärsvertretung die zur Verhinderung wichtiger Beschlüsse nötige Zahl der Stimmen von 10 Prozent plus eine Aktie auf 25 Prozent plus eine Aktie angehoben. Anfechtungsklagen verhinderten, dass die Änderung in Kraft trat - nun bleibt es bei der bisherigen Regel, die eine Übernahme der "neuen Rhön" schwieriger macht. Der auf etwa ein Drittel seines Umsatzes geschrumpfte Konzern will sich mit den verbliebenen zehn Kliniken neu aufstellen und auf die Spitzenmedizin konzentrieren.