New York (dpa) - Mit seiner letzten Ausstellung am alten Ort feiert das New Yorker Whitney den teuersten lebenden Künstler der Welt: Der ganze Bau an der Madison Avenue gehört bis Ende Oktober einer großen Retrospektive von Jeff Koons.

Mehr als 130 Objekte des Amerikaners sind vom 27. Juni bis zum 19. Oktober ausgestellt, von kleinen Statuetten über wandfüllende Bilder bis zum berühmten Popeye.

"Ich mache seit vier Jahrzehnten Kunst. Jetzt mein ganzes Leben auf einem Haufen zu sehen, ist schon interessant", sagte Koons. "Ich hoffe darauf, vielleicht noch drei Jahrzehnte weiter Kunst machen zu können, weil es einfach Spaß macht, sich auf diese Weise auszudrücken", sagte der 59-Jährige.

"Jeff Koons ist einer der bekanntesten Künstler der Welt. Aber das heißt trotzdem nicht, dass wir ihn kennen", sagte Donna de Salvo vom Museum. "Dafür ist seine Arbeit einfach zu vielfältig. Dieses ist die größte Koons-Ausstellung, die es je gab. Und sie wird ihm trotzdem kaum gerecht."

"Wir wollen den Koons zeigen, den die Menschen kennen. Aber auch den Koons, den die Menschen nicht kennen", sagte Kurator Scott Rothkopf. "Wir zeigen Arbeiten aus 35 Jahren. Welcher Künstler hat schon so viele Ideen? Und welcher Künstler hat immer wieder so viele Ideen?"

Im November war Koons "Balloon Dog (Orange)" bei Christie's für 58,4 Millionen Dollar versteigert worden, womit er Gerhard Richter als teuersten lebenden Künstler ablöste. "Balloon Dog" erinnert an die aus Luftballons geknoteten Tiere, die Kleinkünstler in Stadtparks anbieten - nur ist der von Koons so groß wie ein Auto. Er spaltet die Kunstwelt: Die einen sehen in seinen Werken reinste Pop-Art, die anderen nur Kitsch.

Es ist die letzte Ausstellung im von Marcel Breuer gestalteten Bau in der Upper East Side. 49 Jahre nach Eröffnung des schlichten Gebäudes zieht das Whitney im nächsten Jahr um in einen Bau an der Gansevoort Street im Meatpacking District im Süden Manhattans.

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