Maranello (SID) - Der Traditionsrennstall Ferrari hat aus der enttäuschenden Saison in der Formel 1 weitere Konsequenzen gezogen und sich von Motorenchef Luca Marmorini (53) getrennt. Das bestätigte die Scuderia am Donnerstag. Im Rahmen der Neustrukturierung wird nun Mattia Binotto die Rolle des operativen Geschäftsführers der Power-Unit-Abteilung übernehmen.

Der Technische Direktor James Allison bleibt weiter für das gesamte Auto zuständig. Marmorini war bereits von 1990 bis 1999 für Ferrari tätig, anschließend wechselte er zu Toyota. Nach dem Ausstieg der Japaner aus der Königsklasse kehrte er 2009 als Motoren- und Elektronikchef nach Maranello zurück.

Zweifel über seine Zukunft bei der Scuderia kamen bereits zu Jahresbeginn 2014 auf, als deutlich wurde, dass der Ferrari-Motor dem Mercedes-Antrieb nach der Umstellung auf die Turbo-Hybridmotoren deutlich unterlegen war. Im April erklärte Teamchef Stefano Domenicali seinen wohl nicht ganz freiwilligen Rücktritt, zudem halten sich derzeit Gerüchte über eine bevorstehende Trennung von Chefingenieur Pat Fry. Ferrari ist in der laufenden Saison sieglos und belegt in der Teamwertung mit deutlichem Rückstand Rang drei hinter dem dominanten Mercedes-Werksteam und Red Bull um Weltmeister Sebastian Vettel.