Kairo (dpa) - Die von zwei Deutschen entnommenen Proben der Cheops-Pyramide in Ägypten sind wieder in ägyptischen Händen. Die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer übergab die Stücke dem ägyptischen Botschafter in Berlin.

Bei den Proben handelt es sich um 15 Stücke, die zwei Chemnitzer im April 2013 nach Deutschland gebracht hatten.

Den Männern wird vorgeworfen, die Proben illegal außer Landes geschafft zu haben. Der Chemnitzer Dominique Görlitz soll gemeinsam mit dem Buchautor Stefan Erdmann die Stücke der Cheops-Pyramide ohne Genehmigung an sich genommen hatten. Der sogenannte Experimental-Archäologe Görlitz bestreitet den Vorfall nicht - weist aber den Vorwurf illegalen Handelns zurück. Er habe zuvor eine Erlaubnis für den Besuch der Pyramide eingeholt.

Der umstrittene Vorgang hatte in Ägypten große Empörung ausgelöst. Im Juni wurde in Abwesenheit der Angeklagten ein Prozess gegen die Männer eröffnet, der im September fortgesetzt werden soll. Ägypten werde alle legalen Mittel ausschöpfen, "um sein Recht zu erhalten", sagte der ägyptische Botschafter bei Erhalt der Proben.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte auf Bitten Ägyptens ebenfalls einen Strafbefehl über mehrere tausend Euro wegen Diebstahls und Sachbeschädigung beantragt. Ob es jedoch eine Doppelverfolgung geben wird, sei noch unklar, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.