Mönchengladbach (SID) - Weltmeister Christoph Kramer hat sich mit seinen Aussagen über "modernen Menschenhandel" im Fußball auch einen Rüffel von der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) eingehandelt. "Ich finde mit solch plakativen Aussagen sollte man sich als Nationalspieler zurückhalten", sagte DFVV-Geschäftsführer Gregor Reiter zu transfermarkt.de.

"Auch für Christoph Kramer gilt das, was für alle anderen Menschen in diesem Land gilt: pacta sunt servanda ? Verträge sind einzuhalten", sagte Reiter weiter: "Und wenn er einen bis 2017 gültigen Vertrag bei Bayer Leverkusen hat, den er sicher nicht unter Zwang unterschrieben hat, dann wird er da spielen müssen, wenn Bayer das möchte."

Der 23-Jährige habe die Aussage, für die er sich inzwischen öffentlich entschuldigte, "vielleicht aus jugendlichem Leichtsinn" getätigt, "aber dann wäre es die Aufgabe seines Beraters gewesen, ihn ein bisschen zurückzupfeifen", sagte Reiter und kritisierte damit auch seinen für Kramer zuständigen Kollegen.

Dass seine Branche in der Öffentlichkeit ein relativ schlechtes Image hat, sei auf "teilweise hausgemachte Probleme" zurückzuführen, "weil sich Spielerberater in der Öffentlichkeit nicht immer vernünftig verhalten", erklärte der DFVV-Boss: "Es ist ein Bereich, in dem es um viel Geld geht, das weckt von vornherein Misstrauen und wirft die Frage auf: Welche Leistung von Seiten der Berater steckt eigentlich dahinter?" Die Leistung der Spielerberater in Deutschland sei aber "besser als ihr Ruf. Wenn von 100 Transfers 97 sauber ablaufen, bekommt man aber nur die drei Transfers mit, bei denen es Theater gibt."