Frankfurt/Main (dpa) - Nach seiner erfolgreichen Premiere als Trainer von Eintracht Frankfurt pustete Thomas Schaaf erst einmal ganz tief durch. "Ich bin froh, dass der Sieg stattgefunden hat, egal, wie er zustande gekommen ist", sagte Schaaf am Samstag nach dem mühevollen 1:0 (1:0) gegen den SC Freiburg.

Bis in die Schlussphase musste der langjährige Coach von Werder Bremen zittern, ehe der Auftakterfolg perfekt war. Neuzugang Haris Seferovic erzielte in einer durchwachsenen Bundesliga-Partie vor 46 200 Zuschauern bereits in der 15. Minute den entscheidenden Treffer für die Hessen.

"Hauptsache gewonnen", fasste der vom spanischen Erstligisten San Sebastian gekommene Schweizer die Begegnung zusammen. "Dafür ist ein Stürmer da, dass er Tore macht", kommentierte Seferovic seinen bereits zweiten Pflichtspieltreffer für die Frankfurter. Schon beim 2:0 im Pokal bei den Amateuren von Viktoria Berlin hatte der Stürmer getroffen. "Er hat schon in der Vorbereitung gezeigt, wie wichtig er für uns werden kann", lobte Schaaf den Matchwinner.

Schaaf verzichtete in seinem ersten Spiel als Bundesliga-Trainer nach einer Saison und einem Spieltag Pause zunächst etwas überraschend auf Alexander Meier. Der torgefährlichste Eintracht-Profi der vergangenen Jahre saß wie schon im Pokal anfangs auf der Ersatzbank, obwohl er seine Beschwerden an der Patellasehne eigentlich auskuriert hatte. "Mit dem Knie ist alles in Ordnung", stellte Meier nach dem Spiel mit versteinerter Miene klar.

Auch Abwehrchef Carlos Zambrano wurde erst einmal nicht berücksichtigt. Für den Peruaner stand Marco Russ neben Bamba Anderson in der Innenverteidigung. "Ich wollte im Vergleich zur vergangenen Woche das Gebilde nicht verändern", begründete Schaaf seine Personalentscheidungen.

In Seferovic, Nelson Valdez, Lucas Piazon, Makoto Hasebe und Aleksandar Ignjovski standen gleich fünf Neuzugänge bei den Hessen von Beginn an auf dem Platz. Daher agierten die Hausherren über weite Strecken noch ziemlich unkoordiniert. Die Freiburger bestimmten klar das Geschehen. "Bis zum letzten Viertel des Feldes haben wir es richtig gut gemacht, da haben wir Fußball gespielt. Leider hat uns dann aber die Entschlossenheit gefehlt", meinte Freiburgs Trainer Christian Streich.

Völlig überraschend ging die Eintracht nach einer Viertelstunde in Führung. Über Piazon und Valdez kam der Ball irgendwie zu Seferovic, der eiskalt einschob. Der Treffer gab den Gastgebern aber keine Sicherheit. Vor allem Takashi Inui war in der Rolle des Spielgestalters überfordert und leistete sich viele leichte Ballverluste. Die Gäste konnten daraus aber kein Kapital schlagen, mehr als ein abgeblockter Schuss von Mike Frantz sprang für den SCF trotz insgesamt 59 Prozent Ballbesitz im ersten Durchgang nicht heraus.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Freiburger das agilere Team. Vor allem Jonathan Schmid machte über die rechte Seite nun viel Dampf, scheiterte jedoch zweimal am gut reagierenden Kevin Trapp im Frankfurter Tor (56., 59.). In der 67. Minute brachte Schaaf doch noch Publikumsliebling Meier. Der 1,96 Meter große Schlaks konnte aber keine Akzente mehr setzen. Zum wichtigen Auftakterfolg reichte es für die Frankfurter aber trotzdem.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 36,9 - 63,1

Torschüsse: 10 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 54,7 - 45,3

Fouls: 17 - 22

Ecken: 6 - 5

Quelle: optasports.com