Stuttgart (SID) - Souverän zum Rekord: Mit seinem achten deutschen Mehrkampf-Titel ist Fabian Hambüchen in die Geschichtsbücher geturnt. Mit einem ungefährdeten Sieg bei den nationalen Titelkämpfen in Stuttgart löste der ehemalige Reck-Weltmeister Turn-Legende Eberhard Gienger, der in den siebziger Jahren sieben Mal triumphiert hatte, als Rekordchampion ab.

Vor 2000 Zuschauern in der fast ausverkauften SCHARRarena ließ der 26 Jahre alte Wetzlarer vom ersten Gerät an keine Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen. Zwei solide Übungen am Pauschenpferd und an den Ringen legten den Grundstein zu einem klaren Erfolg mit exzellenten 88,70 Punkten.

Hinter dem Ausnahmeathleten holte sich wie im Vorjahr der Hannoveraner Andreas Toba die Silbermedaille (84,20), Rang drei ging überraschend an Lukas Dauser aus Unterhaching (82,95).

Nicht einmal annähernd Hambüchen folgen konnte Marcel Nguyen, Olympia-Zweiter von London im Mehrkampf. Am Ende standen für den Halb-Vietnamesen eher magere 81,70 Zähler und Rang fünf zu Buche.

Auch an den letzten vier Durchgängen war Hambüchen eine Klasse für sich, am Reck präsentierte er dem Publikum wie gewohnt sogar eine Weltklasseübung. Der Hesse turnte derart solide, dass für ihn bei den Gerätefinals am Sonntag eine weitere Bestmarke in Reichweite ist. Insgesamt hat der Vize-Weltmeister am Reck bislang 31 nationale Titel gewonnen, Gienger kam seinerzeit auf zusammengerechnet 34 Meisterschaften.

Nguyen hingegen sucht weiterhin nach seiner Form. Selbst an seinem Paradegerät Barren offenbarte der ehemalige Europameister leichtere Probleme. Beim Sprung konnte er den Roche nicht stehen und verzichtete auf einen zweiten Versuch. Am Reck stürzte er bei einem Flugteil.

Sechs Wochen vor den Weltmeisterschaften im chinesischen Nanning konnte Bundestrainer Andreas Hirsch von den Leistungen seiner WM-Kandidaten hinter Hambüchen kaum begeistert sein. Viele Stürze und zahlreiche Patzer prägten das Bild des ersten Wettkampftages, überdies fehlten verletzte Stammkräfte wie Sebastian Krimmer aus Stuttgart und der Hallenser Matthias Fahrig.