Regierung kappt Wachstumsprognose

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung muss ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum drastisch nach unten korrigieren, rechnet aber nicht mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem außenwirtschaftlich schwierigen Fahrwasser", sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin bei der Bekanntgabe der Herbstprognose der Regierung. Sie geht für 2014 nur noch vom einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent aus - im Frühjahr hatte die Regierung noch mit 1,8 Prozent gerechnet.

EU verstärkt Kampf gegen Steuerflucht

Luxemburg (dpa) - Im Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht werden fast alle EU-Länder von 2017 an automatisch Informationen über Einkommen austauschen. Die EU-Finanzminister beschlossen am Dienstag in Luxemburg, ein europäisches Gesetz zur Amtshilfe der Steuerbehörden entsprechend zu verschärfen. Österreich wurde eine verlängerte Übergangszeit bis 2018 zugestanden, um sich technisch auf den Datenaustausch vorzubereiten. "Das ist ein beachtlicher Erfolg, den wir da erzielt haben", resümierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

EuGH muss über angekündigte Anleihenkäufe der EZB entscheiden

Luxemburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof (EuGH) muss über den deutschen Streit um die Euro-Rettung entscheiden. Vertreter von Euro-Kritikern lieferten sich am Dienstag in Luxemburg einen Schlagabtausch vor Gericht mit Anwälten von Bundestag, Bundesregierung und Europäischer Zentralbank (EZB). Dabei geht es um die umstrittene Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi aus dem Jahr 2012, alles zu tun, um den Euro zu retten und notfalls auch unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu kaufen. Diese Ankündigung hatte die Schuldenkrise beruhigt. Der Gerichtshof muss nun entscheiden, ob die Notenbank damit ihr Mandat überschritten hat. Dabei hat die EZB in der Praxis keine einzige Staatsanleihe im Rahmen dieses Programms gekauft.

Wüstenstrom-Initiative Desertec macht kleiner weiter

Rom/München (dpa) - Das Wüstenstrom-Projekt Desertec soll nur noch in stark verkleinertem Rahmen fortgeführt werden. Die Desertec-Industrie-Initiative (Dii) teilte am Dienstag in Rom mit, man werde sich fortan auf Dienstleistungen für die Gesellschafter bei konkreten Projekten im Nahen Osten und in Nordafrika konzentrieren. Als Gesellschafter blieben nur noch drei Unternehmen übrig: Der Stromerzeuger RWE, der saudi-arabische Energiekonzern Acwa Power und der chinesische Netzbetreiber SGCC.

Schmidt: Neues Regional-Logo für Lebensmittel hat sich etabliert

Berlin (dpa) - Das neue "Regionalfenster" für Lebensmittel hat sich nach Worten von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) am Markt etabliert. Die blaue Kennzeichnung versichere dem Verbraucher, "dass er ein regionales Produkt kauft, das dieses Etikett auch verdient", sagte Schmidt am Dienstag in Berlin. Nach dem Start bei mehreren Supermarktketten zu Jahresbeginn sind aktuell 2400 Produkte für das Logo registriert, das Hersteller und Handel freiwillig nutzen können. Es zeigt, woher die Hauptzutat eines Produkts stammt und wo es verarbeitet wurde.

Verleger Stefan Lübbe ist tot

Köln (dpa) - Der Verleger Stefan Lübbe ist im Alter von 57 Jahren überraschend gestorben. Der Mehrheitsaktionär des Kölner Verlagshauses Bastei Lübbe sei am Montag in Südfrankreich einem Herzinfarkt erlegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Seine Ehefrau Birgit Lübbe übernehme das verlegerische Erbe und wahre künftig die unternehmerischen Interessen der Familie.

Dieses Jahr kein konkreter Starttermin für Hauptstadtflughafen

Berlin (dpa) - Der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn verschiebt ein weiteres Mal die Verkündung eines konkreten Eröffnungstermins für den neuen Hauptstadtflughafen. Dies war zuletzt für die Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember geplant. Nun ist auf der Baustelle zu hören, Mehdorn werde dann eher ein "Terminband" nennen und in den folgenden Monaten konkreter werden. Damit wurden Informationen der "Bild"-Zeitung (Dienstag) bestätigt.

Gute Unternehmenszahlen stützen Dax

Frankfurt (dpa) - Nach dem unerwartet guten Abschneiden großer Konzerne im dritten Quartal hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt gedreht. Zunächst hatten schwache Konjunkturdaten den Dax am Dienstag erneut tief fallen lassen. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex schließlich nahezu unverändert bei 8812,85 Punkten, nachdem er zuvor fast bis auf 8700 Punkte gesunken war. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,73 Prozent am Vortag auf 0,71 Prozent. Der Kurs des Euro fiel etwas. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2646 (Montag: 1,2679) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7908 (0,7887) Euro.