Berchtesgaden (SID) - Der Streit im deutschen Rodelteam über die mögliche Ungleichbehandlung hat eine neue Dimension erreicht. Co-Trainer Georg Hackl attackierte die Olympiazweite Tatjana Hüfner in einem TV-Interview scharf und warf der Athletin "abartiges Verhalten" vor. 

"Den Weg über die öffentlichen Medien zu nehmen, ohne dass man sich in der Mannschaft darüber unterhält, das ist schon irgendwie ein abartiges Verhalten", sagte der dreimalige Olympiasieger in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks.

Hüfner hatte unmittelbar nach dem Olympiarennen in Sotschi und einige Monate danach den Vorwurf gegen den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) erhoben, es bestehe eine Ungleichbehandlung zwischen den Berchtesgadener Athleten um Olympiasiegerin Natalie Geisenberger und den in Oberhof trainierenden Rodlern. 

"Wenn der Georg Hackl das so gesagt hat, dann geht das natürlich nicht", sagte BSD-Sportdirektor Thomas Schwab dem SID und kündigte an: "Ich werde mit ihm das Gespräch suchen und auch den Bundestrainer einbeziehen. Es kann ja nicht sein, dass bei uns die Leute aufeinander losgehen."

Vor der am vergangenen Wochenende gestarteten Weltcup-Saison war es zu einer Aussprache zwischen Hüfner und Schwab gekommen. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass es das Beste ist, Nebenschauplätze zu beenden und sich ganz auf den Sport zu konzentrieren", hatte Schwab gesagt. Diese Vereinbarung hat nun aber der im Verband angestellte Hackl gebrochen.

"Tatjana steht mit ihrer Meinung alleine als Störfaktor da", sagte Hackl, der in Berchtesgaden die Rodel-Asse Geisenberger und Felix Loch betreut. Der Vorwurf, Hackl würde das Geheimnis seiner offensichtlich überlegenen Kufen teamintern nicht weitergeben, ist allerdings nicht neu.