München (SID) - Später, als der ganze Wirbel sich gelegt hatte, sagte Philipp Lahm, er habe längst gewusst, dass er aus Brasilien als ehemaliger Nationalspieler nach Hause kommen werde. Er hat dieses Wissen sehr lange für sich behalten. Keiner ahnte etwas, als Lahm als an jenem denkwürdigen 13. Juli als Kapitän der Nationalmannschaft den Pokal nach oben riss, dem er auch selbst so lange nachgejagt hatte.

Fünf Tage nach dem Endspiel in Rio sagte Lahm dann zur allgemeinen Verblüffung: Leute, das war es für mich in der Nationalmannschaft. Sachlich und nüchtern, wie das nun mal seine Art ist. Das sei keine Entscheidung aus der Emotion heraus, sagte Lahm, und er zählte noch ein paar Gründe auf: Unter anderem, betonte er, wolle er sein Leben selbst bestimmen und nicht vom Fußball bestimmen lassen.

Nun ist Lahm nur noch "der größte Fan der Nationalmannschaft", wie er behauptet. Als solcher muss er wohl feststellen: Sein Rücktritt hat eine große Lücke hinterlassen. Vor allem hinten rechts.