Köln (SID) - Der Fußball-Weltverband FIFA steht Ende 2014 vor einem Scherbenhaufen. Durch ihre völlig aus dem Ruder gelaufene Aufklärung des Manipulationsverdachts bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar steckt die FIFA in der tiefsten Glaubwürdigkeitskrise ihrer Geschichte. Längst befürchten Spitzenfunktionäre des Verbandes auf Jahre schwere Folgeschäden.

Kein Wunder aber auch: Dass monatelange Untersuchungen des im Anti-Mafia-Kampf erprobten Ermittlers Michael Garcia, der mittlerweile die Brocken hingeschmissen hat, ohne greifbares Ergebnis geblieben sein und zu einer Selbstreinwaschung gereichen sollten, hielt nicht nur Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für einen "Rohrkrepierer". Das Loblied des deutschen FIFA-Ethikrichters Hans-Joachim Eckert ausgerechnet auch noch auf den zwielichtigen FIFA-Boss Joseph S. Blatter war denn wohl doch etwas zu dick aufgetragen.

Mittlerweile liegt der Fall bei der Schweizer Staatsanwaltschaft, und die FIFA ermittelt unter anderem auch gegen das deutsche Idol Franz Beckenbauer. Hinter den Kulissen kämpft Blatter im heillosen Chaos außerdem um die Absicherung seiner plötzlich gar nicht mehr so sicher scheinenden Macht.

Eines aber scheint bei der FIFA dieser Tage verlässlich: 2015 dürften bald wieder unappetitliche Details an die Oberfläche kommen.