Köln (SID) - Der alte Motor lief auf Hochtouren, ein letztes Mal war Jens Voigt in seinem Element. Der Radprofi war allein mit seinem Schmerz, und wie so oft ließ sich Voigt davon nicht aufhalten. Am 18. September, einen Tag nach seinem 43. Geburtstag, knackte der gebürtige Mecklenburger zum Abschluss seiner großen Laufbahn den Stundenweltrekord.

Ausreißen. Das war Voigts Spezialität, seine Stärke, sein Steckenpferd. In unzähligen und schier aussichtslosen Versuchen nahm es Voigt mit dem Rest des Pelotons auf. Zu selten resultierten seine Ausritte in Siegen, doch jeder Kilometer mit der Nase im Wind trug zu seiner Legende bei. Bei der Tour de France, seiner 17. Frankreich-Rundfahrt, erreichte er zum 14. Mal Paris - und attackierte noch auf den Champs-Élysées.

Künftig wird Voigt als Berater für das Trek-Team, für das er zuletzt in die Pedale trat, tätig sein. "Es tut weh, wenn die Jungs am Morgen zum Training hinausfahren und den 'alten Mann' zurück im Hotel lassen", sagte Voigt im Trek-Trainingslager in Spanien. Er wird auch diesen Schmerz überwinden.