Berlin (SID) - 100 Millionen Dollar ärmer, aber ein freier Mann: Nur durch einen umstrittenen Richterspruch entging Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im August einer Gefängnisstrafe. Der mittlerweile 84-Jährige sorgte mit der Zahlung der Rekordsumme von umgerechnet knapp 75 Millionen Euro für die Einstellung seines Bestechungsprozesses vor dem Landgericht München - und anschließend gab es viele Diskussionen.

Der Engländer gilt damit offiziell als unschuldig, ist nicht vorbestraft und wird weiter auf unabsehbare Zeit die Geschicke der Formel 1 leiten. Der Verdacht gegen Ecclestone habe sich während des Verfahrens "in wesentlichen Teilen" nicht erhärtet, hieß es in der Urteilsbegründung. Zuvor hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Ecclestones Anwälte der Absprache zugestimmt. "Das ist kein Deal. Das hat mit Freikaufen nichts zu tun", betonte Ecclestones Anwalt Sven Thomas. 

Ecclestone war vorgeworfen worden, dem Banker Gerhard Gribkowsky im Zuge des Verkaufs von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den britischen Investor CVC 44 Millionen US-Dollar (32,5 Millionen Euro) Bestechungsgeld gezahlt zu haben. Nur weil die BayernLB zur fraglichen Zeit halb staatlich war, konnte überhaupt ein Verfahren eröffnet werden.