Hamburg (SID) - Der Schock über die sportlich verpasste Qualifikation für die Handball-WM 2015 in Katar währte nicht lange. Denn noch bevor die letzte Träne bei den deutschen Handballern ob der schmerzhaften Play-off-Niederlage gegen Polen getrocknet war, flatterte dem Deutschen Handballbund (DHB) eine ebenso überraschende wie umstrittene Wildcard ins Haus.

Weil es in Ozeanien, so die offizielle Begründung des Weltverbandes IHF, keinen anerkannten Kontinentalverband gebe, wurde dem deutschen Team kurzerhand der Startplatz von Australien (zuvor sechs WM-Teilnahmen in Folge) zugesprochen - daran konnte auch die massive Kritik seitens Konkurrenz und Fachwelt nichts ändern.

"Ich bin überzeugt, dass wir diese Chance beim Schopfe packen werden", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID nach den Geschehnissen im Sommer: "Ich erinnere mich, dass Dänemark einmal bei einer Fußball-EM auch nachrücken durfte und dann sogar den Titel gewann."

Für Wirbel sorgte das "Geschenk des Himmels" noch einmal im November. Laut eines Berichts der ARD-Sportschau hatte der DHB bereits vor den Spielen gegen Polen von einer Startgarantie bei der Wüsten-WM (15. Januar bis 1. Februar 2015) gewusst. Der DHB wies diese Darstellung zurück.