Köln (dpa) - Pünktlich, wie es sich gehört, ist an Weiberfastnacht in den Karnevalshochburgen der Frohsinn ausgebrochen. In den rheinischen Narrenzentren begann der Ausnahmezustand am Donnerstag um 11 Uhr 11. Die Geschehnisse im Einzelnen:

KÖLN: Rote Nasen leuchteten unter blauem Himmel. Bei bestem Wetter feierten die Jecken den Beginn der tollen Tage. Nach alter Tradition ließ das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau die Narren los. Bis dann nächste Woche, am Aschermittwoch, alles wieder vorbei ist. Ein besonderes Schauspiel bot sich vor dem Dom: Dort fuhren als Skifahrer verkleidete Narren die Treppen zum Hauptbahnhof hinunter. Eine Polizeisprecherin beschrieb die Stimmung am Nachmittag mit den Worten: "Schönes Wetter, viele Leute, viel Alkohol."

DÜSSELDORF: Im Düsseldorfer Rathaus leistete Oberbürgermeister Thomas Geisel dem Ansturm der Narren nur kurz Widerstand. Nach einer Kuss-Attacke gab er sich selbst geschlagen und die Rathaustür frei. Viele Feiernde waren aus karnevalsfernen Regionen angereist, so die als Matrosin verkleidete Hamburgerin Angelika Herzig-Glage. Den Ehemann hatte sie vorsorglich zu Hause gelassen - "der soll sich um Küche und Kinder kümmern".

MAINZ: In Mainz versammelten sich trotz kühler Temperaturen rund 2000 geschminkte und verkleidete Fastnachter auf dem Schillerplatz in der Innenstadt. Zum Auftakt spielten Musiker den traditionellen Narrhallamarsch, das bekannteste Musikstück der "Meenzer Fassenacht". Die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz ist an diesem Freitag wieder Schauplatz von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht", der Mutter aller Fernsehfastnachtssitzungen. Dabei gehen die Büttenredner auch sperrigen Themen wie Tod und Terror nicht aus dem Weg.

KONSTANZ: Im Südwesten kennt man den Donnerstag vor Aschermittwoch als "Schmotzigen Dunschdig". Die schwäbisch-alemannische Fastnacht begann bereits vor Sonnenaufgang mit Musik und viel Krach. In Konstanz trafen sich die Mäschgerle - also die Maskenträger - bereits um 6.00 Uhr zum Wecken und dem anschließenden Laternentanz. Der Ursprung des Brauchs geht zurück auf eine Verordnung aus dem Jahre 1388, wie es bei der Narrenzunft heißt. Damals durften Nachtschwärmer nur unterwegs sein, wenn sie sich den Weg nach Hause selbst mit einer Laterne leuchteten - und die braven Bürger somit auf ihre Eskapaden aufmerksam machten.