San Jose (dpa) - Der Netzwerk-Ausrüster Cisco hat im vergangenen Quartal einen satten Gewinnsprung verbucht und die Erwartungen der Börse übertroffen. Der US-Konzern verdiente im vergangenen Quartal 2,4 Milliarden Dollar.

Damit stieg der Gewinn im Jahresvergleich um gut zwei Drittel. Der Umsatz wuchs in dem am 24. Januar abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Die Aktie legte am Donnerstag vorbörslich um fast sieben Prozent zu.

Die Ausrüstung von Cisco kommt in vielen Netzen und Rechenzentren zum Einsatz, die den weltweiten Datenverkehr umschlagen. Der Konzern profitiert vom fortlaufenden Ausbau dieser Infrastruktur, da immer mehr Daten übermittelt werden müssen.

Zugleich lässt Konzernchef John Chambers Cisco immer stärker als Dienste-Anbieter agieren. Der Konzern betreibt eine weltweite Cloud-Infrastruktur und bietet Software-Dienste sowie Sicherheits-Services an. Bei solchen Angeboten sind die Margen zum Teil deutlich höher als bei Hardware. "Wir wollen der führende IT-Anbieter für unsere Kunden werden", betonte Zentraleuropa-Chef Michael Ganser. Damit konkurriert Cisco auch zunehmend mit Service-Schwergewichten wie IBM.

Im Zuge des Wandels hatte Cisco im Sommer den Abbau von 6000 Jobs angekündigt. Zudem wurden rund 40 Prozent der Beschäftigten umgeschichtet, um die strategisch wichtigen Bereiche zu verstärken.

In Deutschland wuchs der Umsatz im vergangenen Quartal um zwölf Prozent. Cisco macht keine Angaben dazu, wie sich die Erlöse auf verschiedene Produktgruppen verteilten. Gerade bei Cloud-Diensten spiele Deutschland mit den strikten Datenschutz-Anforderungen aber eine Schlüsselrolle, sagte Ganser. "Wenn man etwas in Deutschland bauen kann, funktioniert es wahrscheinlich in der ganzen Welt von den Sicherheitsanforderungen her."

Cisco machte in den vergangenen Jahren zum Teil zu schaffen, dass die Netzbetreiber versuchten, beim Kauf neuer Ausrüstung sparsam zu sein. Das sei auch von der insgesamt schwachen Konjunktur in vielen Regionen ausgelöst worden, erklärt Cisco. Große Internet-Konzerne wie Facebook oder Google entwickeln inzwischen zudem einen Teil ihrer Netzwerk-Technik selbst.

Nach den Enthüllungen über ausufernde Internet-Überwachung durch angloamerikanische Geheimdienste stehen zudem die Verkäufe in einigen Ländern wie China unter Druck. Im vergangenen Quartal schrumpfte das chinesische Cisco-Geschäft um 19 Prozent. "China ist ein schwieriger Markt", bestätigte Ganser. Nach Einschätzung von Cisco sind die Probleme in dem Land vor allem politisch motiviert.

Chambers will Cisco vom Netzwerk-Spezialisten zu einem IT-Konzern mit Rundum-Service ausbauen und betonte nach dem Quartal Fortschritte auf diesem Weg. Er sieht große Geschäftschancen bei der Vernetzung aller möglichen Alltagsgegenstände. "Jede Nation, jedes Unternehmen, alles wird digitalisiert - und das Netz steht im Mittelpunkt dieses Wandels", sagte er.

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